Börsen-Schluss Scholz & Friends planen Kleinaktionär-Verdrängung


Die erste deutsche Werbeagentur, die an die Börse ging, verlässt diese nun auch wieder. Die meisten Aktien sind zurückgekauft, den restlichen Aktionären droht ein 'Squeeze-Out'

Die Werbeagentur Scholz & Friends hat sich nach knapp zwei Jahren zum Verlassen der Börse entschieden. Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Nach dem Ende eines Verkaufsangebots an die freien Aktionäre hält die Scholz & Friends Holding - getragen von 20 Führungskräften und dem Finanzinvestor Electra Partners - nun 97,07 Prozent der Anteile. Die verbliebenen freien Aktionäre sollen gegen Abfindung aus der Gesellschaft herausgedrängt werden. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre hatte angekündigt, ein solches 'Squeeze out' rechtlich anfechten zu wollen.

Angesichts des stark verringerten Streubesitzes sehe die Scholz & Friends Holding keine interessante Kursentwicklung mehr, hieß es. Die Hauptaktionäre schlagen dem Vorstand daher ein Squeeze-out-Verfahren vor, über das eine außerordentliche Hauptversammlung entscheiden muss. Der Termin steht ebenfalls noch nicht fest. Mitte Juli hatte die Holding den freien Aktionären ein Kaufangebot von 1,75 Euro je Aktie gemacht. Zuvor hatten Scholz & Friends und Electra Partners die Anteile des finanziell angeschlagenen vorherigen Mehrheitseigentümers Cordiant zurückgekauft und einen Besitz von 86 Prozent erreicht.

Scholz & Friends war im November 2001 als erste deutsche Werbeagentur an die Börse gegangen. Im ersten Halbjahr 2003 holte das Unternehmen trotz der schwachen Konjunktur auf. Der Verlust vor Zinsen und Steuern verringerte sich auf 900.000 Euro nach minus 2,13 Millionen Euro ein Jahr zuvor.


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