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Discounter: Große Offensive - das hat Aldi mit seinen Eigenmarken vor

Zuletzt sorgte Aldi vor allem durch die Listung von Markenprodukten für Wirbel im Handel. Nun knöpft sich der Discounter seine Eigenmarken vor.

Aldi will Eigenmarken neu aufstellen

Aldi will seine Eigenmarken neu aufstellen.

Windeln von Pampers, Energie-Drinks von Red-Bull oder Tütensuppen von Knorr: Der Discounter Aldi sorgte in den vergangenen Jahren vor allem durch die Listung von Markenprodukten für Aufsehen. Statt auf die billigen Eigenmarken zu setzen, räumte das Unternehmen namhafte Hersteller in seine Regale - und löste damit einen Boom aus. Denn auch die Wettbewerber zogen nach. Doch nun scheint sich Aldi auch seine Hausmarken vorzuknöpfen.

Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, arbeitet Aldi an einer Neuausrichtung der Eigenmarken. Dafür hat sich der Discounter Scholz & Friends Trademark ins Boot geholt. 90 Food-Hausmarken sollen genau geprüft werden. Die Werbeagentur soll diese für Kunden attraktiver gestalten. Offenbar sieht Aldi Verbesserungsbedarf bei seinen eigenen Produkten.

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Aldi spendiert Eigenmarken ein Facelifting

Laut dem Branchenblatt gehe es um mehr als nur um eine hübschere Verpackung. Es sei auch möglich, dass Eigenmarken vom Markt verschwinden, wenn sie nicht mehr den Ansprüchen genügen. Bereits in den Auslandsmärkten USA und Australien hat der Discounter ähnliche Schritte unternommen. Von aufgemotzter Verpackung bis zur kompletten Neuentwicklung von Marken sei alles denkbar. "Die Neuausrichtung der Eigenmarken ist ein wichtiger Schritt, mit dem wir uns in Zukunft noch kundenorientierter und zeitgemäßer aufstellen", sagt Sandra Schoofs, die Marketingleiterin von Aldi Süd, zur "Lebensmittelzeitung".

Experten sehen noch viel Potenzial bei Aldi. Nach der großen Markenoffensive bieten offenbar auch die Eigenmarken noch Wachstumschancen. Die Listung namhafter Hersteller sollte vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Dass nun auch die Hausmarken überarbeitet werden, scheint ebenfalls ein Schritt in diese Richtung zu sein. 

Aldi setzt auf Marken und hübschere Filialen

Deutschlands Discounter arbeiten sei Jahren fieberhaft daran, sich für die Zukunft auszustellen - und neue Kundengruppen anzusprechen. Die Markenartikel sind dabei nur ein Hebel. Auch aufgehübschte Filialen sollen Kunden locken. Aldi Süd will seine rund 1860 Filialen bis 2019 modernisieren. Insgesamt wandeln sich die Discounter zunehmend zu Supermärkten. Das zeigt auch die Zahl der gelisteten Produkte. Konnte man vor einigen Jahren nur rund 600 Produkte bei Aldi kaufen, sind es inzwischen rund 2000. Auch wenn die Eigenmarken nun bei Aldi eine Verjüngungskur bekommen: Das Jahr 2017 lief  für Aldi gut. Laut der "Lebensmittelzeitung" ist Aldi Süd der am stärksten wachsende Discounter im Markt.

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