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Börsengang: Geglückte Premiere für Premiere

Der größte Börsengang eines deutschen Medienunternehmens ist dem Bezahlsender Premiere glanzvoll geglückt.

Die zwölffach überzeichnete Aktie startete am Mittwoch mit einem Kurs von 30,50 Euro und damit deutlich über dem Ausgabepreis von 28 Euro. "Das ist ein Start, den man sich erträumt", sagte Premiere-Chef Georg Kofler beim Börsendebüt in Frankfurt am Main. Das Unternehmen hatte den Gang an den Aktienmarkt mit einer massiven Werbekampagne begleitet.

Er habe heimlich auf einen Kurs von über 30 Euro gehofft, sagte Kofler im Nachhinein. Auch das gehandelte Volumen von zehn Millionen Stück gleich zum Start des Papiers sei gut. "Das ist ein großer und glücklicher Tag für Premiere", freute sich Kofler.

Die Zuteilung der Aktien für Vorstand und Kofler "ein Luxusproblem"

Gezeichnet wurden dem Premiere-Vorstandschef zufolge 525 Millionen Aktien im Gesamtwert von 14,5 Milliarden Euro. Ausgegeben wurden allerdings nur 42,1 Millionen Papiere für 1,179 Milliarden Euro. Mehr als 700 institutionelle Anleger hätten Aktien im Wert von rund 13,5 Milliarden Euro gezeichnet, 117.000 Privatanleger wollten für rund 750 Millionen Euro das Premiere-Papier haben, berichtete Kofler weiter. Darunter seien etwa zehn Prozent Abonnenten des Pay-TV-Senders gewesen.

Die Zuteilung der Aktien sei für den Vorstand und ihn "ein Luxusproblem" gewesen. "Wir sind zu einem weisen Ende und einer guten Verteilung gekommen", sagte Kofler. Demnach erhalten Privatanleger 30 Prozent der Papiere und institutionelle Investoren 70 Prozent. Von den institutionellen Anlegern kommen dem Premiere-Chef zufolge 39 Prozent aus Deutschland, 32 Prozent aus Großbritannien, 15 Prozent aus dem restlichen Europa und 14 aus den USA.

Zeitgleich mit dem Börsengang gab es eine komplette Neufinanzierung

Die Beteiligungsverhältnisse bei dem Bezahlsender sehen jetzt wie folgt aus: 51,3 Prozent sind im Streubesitz, Finanzinvestoren (darunter Permira Fonds mit einem Anteil von 23,6 Prozent) halten zusammen 33,8 Prozent, 13,9 Prozent sind im Besitz von Kofler selbst und etwa 1 Prozent gehören dem Management.

Zeitgleich mit dem Börsengang habe es eine komplette Neufinanzierung gegeben, berichtete Kofler. Alle Altkredite seien zurückgeführt worden. 17,4 Millionen Euro würden an die Deutsche Fußball Liga gezahlt. Die Nettoverschuldung werde von 370 Millionen Euro Ende 2004 auf unter 100 Millionen reduziert. Kofler erzählte in diesem Zusammenhang auch, dass es vor drei Jahren noch schwierig gewesen sei für Premiere, einen Kredit zu bekommen. "Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Banken uns heute eher nachlaufen."

"Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter"

Kofler sieht sein Unternehmen nach diesem Börsenstart auf einem guten Weg in den Nebenwerte-Index MDAX. Angesichts des Streubesitz-Anteils der Aktie von mehr als 50 Prozent und einer Eigenkapitalquote von ebenfalls mehr als 50 Prozent nach dem Börsengang sei Premiere für den MDAX qualifiziert.

Zur Entwicklung seines Unternehmens sagte Kofler, es habe viele Momente gegeben, "in denen so genannte Branchenkenner keinen Pfifferling auf uns gewettet hätten. Wir haben immer gesagt: Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter."

AP / AP