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Börsenindex: MLP bleibt im DAX

Erstmals seit der Neuordnung der Index-Landschaft im März hat die Deutsche Börse die Zusammensetzung der Börsenbarometer Dax, MDax und TecDax überprüft.

Erstmals seit der Neuordnung der Index-Landschaft im März hat die Deutsche Börse die Zusammensetzung der Börsenbarometer Dax, MDax und TecDax überprüft. Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP erhielt eine weitere Gnadenfrist im Deutschen Aktienindex Dax. Dafür könnten der Haarpflegespezialist Wella und der Heizungsbauer Buderus im Falle ihrer Übernahme aus dem MDax für mittelgroße Werte klassischer Branchen entfernt werden. Einen entsprechenden Vorratsbeschluss traf die Deutsche Börse am Donnerstag in Frankfurt.

Fielmann ist Nachrück-Kandidat

Aufrücken würde zunächst die Aktie der Optiker-Kette Fielmann und an zweiter Stelle die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding. Voraussetzung ist, dass Buderus oder Wella zu mehr als 95 Prozent übernommen werden. Die Änderungen im MDax würden am 23. Juni wirksam. Für Wella liegt ein Übernahmeangebot des US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble vor, für Buderus interessiert sich die Stuttgarter Robert Bosch GmbH. Die Wella-Aktionäre müssen über die Offerte bis zum 28. Mai, die Buderus-Anteilseigner bis zum 13. Juni entscheiden.

Gnadenfrist für MLP

Wegen des niedrigen Börsenwertes galt auch der Verbleib von MLP im wichtigsten deutschen Börsenbarometer als gefährdet. Um dem Club der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften anzugehören, muss ein Wert nach Handelsumsatz und Marktkapitalisierung (Aktienanzahl multipliziert mit dem Kurs) zu den 35 größten gehören. MLP erreichte bei der Marktkapitalisierung zuletzt nur Rang 51. Allerdings gewährte der Arbeitskreis Aktienindizes, der die Börse bei Index- Entscheidungen berät, dem Heidelberger Unternehmen bereits im Februar eine Gnadenfrist. Denn derzeit gibt es aus Sicht des Arbeitskreises keinen geeigneten Ersatzkandidaten.

Beiersdorf-Einzug weiter fraglich

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf und der Online-Anbieter T-Online würden sich formal für eine Mitgliedschaft im Club der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften qualifizieren. Doch Beiersdorf gilt seit langem als Übernahmekandidat. Gegen T-Online spricht der geringe Anteil an frei handelbaren Aktien (Streubesitz) und der große Einfluss der Muttergesellschaft Deutsche Telekom.