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D-Mark Funde: In der Schublade, im Sofa, im Auto

Auch fünf Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes sitzen die Bundesbürger noch auf einem riesigen Berg an D-Mark - und ständig gibt es neue Funde.

14,4 Milliarden D-Mark - dieser gigantische Betrag entfällt nach Angaben der Deutschen Bundesbank zur Hälfte auf Scheine und auf Münzen. Statistisch gesehen besitzt jeder Bürger somit noch D-Mark-Bargeld im Wert von knapp 90 Euro. Täglich bringen bundesweit 1700 Bürger DM-Banknoten und Münzen zum Umtausch - das summiert sich auf eine Millionen DM pro Tag. Die Bundesbank tauscht in ihren Filialen sowohl Scheine wie Münzen zeitlich unbefristet und kostenlos in Euro um. Normale Banken nehmen die Mark nicht mehr an.

Viele DM wurden schlicht vergessen

In den Schubladen von Sammlern liegen laut Bundesbank noch Sondermünzen für 2,5 Milliarden Mark, die wohl niemals umgetauscht werden. Dagegen werden Bürger den größten Teil der D-Mark, die noch im Umlauf ist, in den nächsten Jahren gegen Euro einwechseln. Meist taucht die Mark unverhofft auf. "Die Vergesslichkeit spielt eine wichtige Rolle", sagt ein Bundesbank-Sprecher. Die Deutschen fänden die D-Mark beim Aufräumen oder bei Umzügen, in Kleidern und Reisetaschen oder im Nachlass von Verstorbenen.

So berichtet die Bundesbank von einer Enkelin, die nach dem Tod der Großeltern deren Wohnzimmer neu tapezieren wollte. Als sie die schlecht haftende Tapeten löste, fand sie dahinter Geldscheine im Wert von einigen tausend D-Mark. In einem anderen Fall fanden Erben im Arzneischrank der verstorbenen Großeltern unzählige Tablettenröhrchen mit fein säuberlich eingerollten Banknoten. Eine andere alte Dame hatte in ihre Vorhänge von oben bis unten 1000-D-Mark-Scheine eingenäht.

Alte Banknoten werden geschreddert

Ein Autofahrer konnte sich über eine Reifenpanne seines Gebrauchtwagens freuen: beim Reifenwechsel fand er unter dem Ersatzreifen eine Geldbörse mit D-Mark-Scheinen, die für den Kauf des neuen Reifens reichten. Ein Student fand am Waldrand ein illegal entsorgtes Sofa, das er nach Hause transportierte und neu beziehen ließ. In der Sofa-Füllung fanden sich tausende D-Mark.

Wenn die Bundesbank alte Scheine erhält, werden diese sofort geschreddert. Die Münzen lässt die Notenbank einschmelzen. Da die Bundesbank davon ausgeht, dass der Löwenanteil der D-Mark-Bestände - auch aus dem Ausland - nicht mehr zurückkommt, hat sie bereits 2004 die Summe von 1,2 Milliarden Euro für alte D-Mark aus ihren Beständen ausgebucht und in ihren Gewinn einfließen lassen.

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