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Finanzielle Unabhängigkeit: Dieses Paar hat sein Leben radikal geändert - und mit Mitte 30 keine Geldsorgen mehr

Mit Anfang 30 hatten Garrett und Claudia Pennington trotz guter Jobs 200.000 Dollar Schulden. Dann stellten sie ihr Leben radikal um: Heute sind sie schuldenfrei - und mit weniger Besitz glücklicher als zuvor. Wie haben sie das gemacht?

Claudia und Garrett Pennington wollen auch anderen Anstöße geben, ihre Finanzen in den Griff zu kriegen

Claudia und Garrett Pennington wollen auch anderen Anstöße geben, ihre Finanzen in den Griff zu kriegen

Es war eine gesundheitliche Krise, die Claudia Pennington bewog, ihr Leben umzukrempeln. Im Sommer 2014 befiel die yogabegeisterte Hobbyläuferin aus Lancaster im US-Staat Pennsylvania ein mysteriöses Erschöpfungssyndrom, verbunden mit Schmerzen und Juckreiz am ganzen Körper. Zeitweise schaffte es die damals 29-Jährige noch nicht einmal aus dem Bett. Als sie Monate später wieder auf die Beine kam, stellte sie sich die Frage, die andere sich erst in der Midlife-Crisis mit Fünfzig stellen: Will ich so weitermachen wie bisher? Oder will ich die mir gegebenen gesunden Jahre - wie viele das auch immer sein mögen - besser nutzen?

Schlecht ging es Claudia und ihrem Mann Garrett nicht, sie hatten College-Abschlüsse, gute Jobs, ein geregeltes Einkommen. Und doch kam ihnen ihr Leben wie ein Hamsterrad vor. "Wir fühlten den Druck, sesshaft zu werden, neue Autos zu kaufen, ein Haus und Zeug, um das Haus zu füllen", schreiben die beiden in ihrem Blog "Two Cup House". Der Lebensstil hatte seinen Preis - und die Penningtons lebten über ihre Verhältnisse. Wie viele Amerikaner mussten sie noch diverse Studienkredite abbezahlen, dazu kamen der Hauskredit und Kreditkartenschulden. In Summe standen sie mit 200.000 Dollar in der Kreide.

Finanzieller Neustart: Alles eine Nummer kleiner

Claudia und Garrett Pennington entschieden sich, ihr Leben und ihre Finanzen komplett neu zu ordnen. Dazu gehörten unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Sie verkauften ihr 140 Quadratmeter großes Haus und zogen in ein kleines 50-Quadratmeter-Häuschen, was die Immobilienschulden massiv reduzierte. 
  • Sie verkauften Möbel, Einrichtungsgegenstände und anderen Kram, den sie nicht mehr benötigten.
  • Sie hörten auf, ständig neue Klamotten zu kaufen.
  • Sie besorgten sich günstigere Handyverträge.
  • Sie gingen weniger auswärts essen und kochten wieder mehr selbst.

Plötzlich hatten sie am Ende des Monats wieder Geld übrig - und das nicht zu knapp. Innerhalb von zwei Jahren konnten sie sämtliche verbliebenen Kredite abbezahlen. Im März 2017 waren sie komplett schuldenfrei. 

Garrett und Claudia Pennington in ihrem neuen Tiny House

Garrett und Claudia Pennington in ihrem neuen Tiny House

Claudia ist 32, Garett 36 Jahre alt. Ihr nächstes große Ziel ist finanzielle Unabhängigkeit und vorzeitiger Ruhestand. Die simple Formel dafür lautet: Viel verdienen, wenig ausgeben, clever anlegen. "Wenn wir unsere ökonomischen Ziele erreichen, können wir im nächsten Jahr finanziell unabhängig sein", schreibt uns Claudia Pennington via Email. Garrett arbeite 40 Stunden in seinem Vertriebs-Job, sie selbst als Unternehmerin im Online-Marketing, wozu auch die Vermarktung ihrer Website gehört. Ihr gemeinsames Jahreseinkommen liegt über 100.000 Dollar, ihre Ausgaben im vergangenen Jahr dagegen bei unter 30.000 Dollar.

Zwei Drittel des Einkommens wird gespart

Wie sich die Ausgaben in ihrem neuen konsumbewussten Leben zusammensetzen, hat Claudia detailliert aufgeschlüsselt. Nahrungsmittel sind mit 7000 Dollar der größte Posten. Für Seife, Zahnpasta und andere Drogerieprodukte gaben sie im Jahr 2100 Dollar aus. Benzin, Versicherung und Ölwechsel für das eine verbliebene Auto - früher hatten sie bis zu vier - kosteten 4750 Dollar. Für Versicherung und Steuern gingen lediglich 2600 Euro ab. Arztbesuche kosteten 1200 Dollar, die Ausgaben für die drei Katzen beliefen sich auf rund 1600 Dollar. Im Budget war sogar noch Platz für 2800 Dollar Reisekosten und 4000 Dollar "fun money", Vergnügungsausgaben, die das Paar aus Diskretionsgründen nicht näher erläutert.

Zwei Drittel ihres Verdienstes sparen die Penningtons. Sie haben ein Notfallkonto eingerichtet und mit einer Summe gefüllt, von der sie ein Jahr leben könnten, "den Rest investieren wir auf dem Aktienmarkt", sagt Claudia Pennington. Das Ziel lautet, aus den Investments so große Rückflüsse zu erzielen, dass sie von diesem passiven Einkommen leben können. Schon in einem Jahr soll es soweit sein - was angesichts ihrer Unerfahrenheit als Investoren etwas zu ambitioniert klingt.

Doch selbst wenn die Penningtons dies schaffen sollten, heißt das nicht, dass sie sich dann auf die faule Haut legen. "Ich liebe es, ein Business zu leiten und ich denke nicht, dass ich jemals aufhören werde zu arbeiten", sagt Claudia Pennington zum stern. "Der Vorteil der finanziellen Unabhängigkeit ist es, dass wir die Möglichkeit haben, weniger zu arbeiten, wenn wir das wollen."

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