HOME

Spar-Programm: Diese Frau muss mit 32 nie wieder arbeiten - so hat sie das geschafft

Elizabeth Willard Thames und ihr Mann Nate hatten gut bezahlte Jobs, aber sie wollten ein freies Leben. Also arbeiten sie einfach weiter, gaben das Geld aber nicht mehr aus. In nur vier Jahren schufen sie sich ein Refugium.

Auf Instagram feiert Mrs. Frugalwoods alias Elizabeth Willard Thames ihr neues Leben.

Auf Instagram feiert Mrs. Frugalwoods alias Elizabeth Willard Thames ihr neues Leben.

Dieses Bonmot hat jeder schon einmal gehört: "Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag." Und die meisten stimmen dem Satz zu – ziehen aber keine Konsequenzen daraus. Anders Elizabeth Willard Thames, sie und ihr Mann Nate haben ihre Karriere in der Stadt aufgegeben. Beide sind nicht reich geboren oder so vermögend, dass sie einfach von den Erträgen leben können. Sie haben sich der Genügsamkeit verschrieben. Anstatt sich mit unnützen Dingen zu umgeben, führen sie ein – wie sie meinen – sinnvolles Leben auf ihrer Farm in Vermont. Im "Guardian" berichtet Elizabeth Willard Thames von ihrer Entscheidung und von ihrem Leben.

Kann man Glück kaufen?

Es begann, als Elizabeth und Nate feststellten, dass sie von ihrem Leben als Angestellte nicht erfüllt wurden. Sie beschlich das Gefühl, sich den "Weg zum Glück erkaufen" zu wollen. Im März 2014 beschlossen sie, damit aufzuhören. Ihr erster Schritt war es, unnötige Ausgaben einzustellen, denn es war klar, dass sie die Freiheit die sie suchten, nur erlangen könnten, wenn sie weniger verdienen und auch weniger ausgeben würden. "Wir wollten nur noch Geld für Lebensgrundlagen ausgeben. Die einfachen Dinge, die wir unbedingt benötigen: Lebensmittel, unsere Hypothek, Gas für das Auto, Elektrizität, eine Internetverbindung, Toilettenpapier und dergleichen."


Wer spart, schafft Vermögen

Anders als gedacht, hatte die Sparsamkeit und Genügsamkeit ihren Reiz. Das Paar fand das neue Leben nicht als Einschränkung, sondern als Befreiung. "Nate und ich fühlten uns, als hätten wir das Schloss zu einem neuen Gebiet geöffnet, das uns aus dem Labyrinth unseres sinnlosen Konsums herausführte." Dabei entdeckte das Paar einen Nebeneffekt: Beide verfügten noch über ihr altes Einkommen. Doch ohne sinnlosen Konsum blieb sehr viel Geld übrig. Sie spricht von einer Lifestyle-Transformation, die richtig begann, als sie den Zusammenhang von geringen Ausgaben und dem Zuwachs des Vermögens erkannten.

Ehe als Team 

Dinge selbst machen, dafür gibt es den Modebegriff des Insourcing. Elizabeth und Nate verwandelten ihre Arbeit-und-Konsum-Ehe in eine gleichberechtigte Arbeitsgemeinschaft. Nach einem ersten Küchenprojekt waren die beiden in der Lage, sich selbst viele Dinge beizubringen - von der Klempnerei bis zum Haarschnitt. Elizabeth Willard Thames ist überzeugt, wer Fertigprodukte kauft und Fremde für Dienstleistungen und Arbeiten bezahlt, entfernt sich von den einfachen Dingen des Lebens. Und dabei von seinem Partner, mit dem man meistens nicht zusammenarbeiten kann. Als das Paar begann, Dinge gemeinsam umzugestalten, habe sich die die enge Intimität aus den unkomplizierten ersten Ehetagen in einer Kellerwohnung wieder eingestellt. Eine Intimität, die die beiden fast verloren hätten.


Nebeneffekt: Elizabeth glaubt, dass man den Wert seines Partners sehr viel besser zu schätzen lernt, wenn man ihn tätig erlebt und nicht nur den Eingang des Gehaltsschecks auf dem Konto vermerkt. "Es ist ganz einfach, die Leistung von Nate zu schätzen, wenn wir beiden in der Küche stehen und ich zusehe, wie er 45 Minuten Gemüse hackt. Nur, um ein Wokgericht zu kochen, das ich liebe."

Den Planeten schonen

Doch das Projekt Genügsamkeit ist nicht allein ein Partnerschaftsprogramm, es soll auch dazu dienen, die Umwelt weniger zu belasten und einfach mit weniger auszukommen.

Auf der Farm, die sie mit dem Ersparten kaufen konnten, haben sie sich von der Wegwerfmentalität entfernt. Sie recyceln und nutzen alte Materialien. "Fast jede Spar-Strategie ist ein Gewinn für die Umwelt" schreibt Elizabeth. "Nate und ich wurden jetzt Außenseiter im Wettrüsten der Besitztümer." 

Als nächsten Schritt begann das Paar, Geld auch beim Bezahlen zurückzudrängen. Geld sei der einfache, aber auch faulste Weg, schreibt Elisabeth. Stattdessen etablieren die beiden ein System von Tauschbeziehungen. 

Der Lohn der Mühe: Stolz berichtet Elizabeth, wie sie auf der Veranda ihres Hofes sitzt, als sie ihren Bericht tippt. Sie blicke auf 16 Hektar Wald, Obstbäume, Gärten, Teiche und Bäche, die das Paar ihr Eigen nennen kann. Erworben von Geld, das sie sonst für ein neueres , viele Paar Schuhe und eigentlich unnötige Möbel ausgegeben hätten.

Ihr Buch:  “Meet The Frugalwoods: Achieving Financial Independence Through Simple Living