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Aussteiger mit Stil: Filmemacher verwandelt alten Lieferwagen in cooles Wohnmobil

Zach Both hat ein Wohnmobil gebaut, neben dem die Modelle von VW und Mercedes altbacken aussehen. Für alle interessierten Umbauer hat er ein grandioses Online-Handbuch des Umbaus angelegt.


Das optisch prägende Holz stammt aus hundert Jahre alten Latten.

Das optisch prägende Holz stammt aus hundert Jahre alten Latten.

Zach Both hatte keine Lust mehr auf seinen Schreibtischjob und wollte unterwegs auf der Straße leben. Geld für ein ausgebautes hatte der US-Amerikaner nicht, also kaufte er sich für 3900 Dollar einen Chevrolet Express, Baujahr 2003. Einen Lieferwagen, der in etwa die Größe eines VW Transporters hat.  Mit etwas Hilfe von seinem Vater konnte Both den Wagen in acht Monaten nebenher umbauen. Handwerkliche Erfahrungen hatte er nicht.

Sometimes you just have to get out of the city and watch a good sunset. #vanlife #homeiswhereyouparkit

Ein von Zach Both (@zachboth) gepostetes Foto am

"Ich reise nicht, um des Reisens willen", sagte er dem Portal Mashable. "Ich gehe dahin, wo es eine interessante Arbeit oder eine spannende Geschichte gibt." Das Mobil von der Größe eines Campers führte dazu, dass Both viel mehr Kontakt zu seinen Mitmenschen hatte als früher. Kein Wunder, das Leben findet viel im Freien statt, schließlich handelt es sich nicht um ein riesiges US-Wohnmobil, in dem man abgeschlossen wie in einer rollenden Burg leben kann.

Mobiles Leben ist kein Urlaub

Aber anders als viele Instagram-Accounts nahelegen, fühlt sich das mobile Leben nicht wie ein permanenter Urlaub an. Wenn man immer ein Fremder sei, so Both Erkenntnis, werde das auf Dauer sehr anstrengend und manchmal auch enttäuschend. "Diese Lektion musste ich lernen, ich war sehr naiv am Anfang."

 

"Mein wichtigster Tipp: Seid euch sicher, dass ihr mit diesem mobilen Leben auch zurecht kommt und glaubt nicht an dieses tolle, sorgenfreie Leben, das ihr auf seht."

Riesiges Tutorial

Das war die Warnung, aber nun kommt das Beste. Both ist nicht nur ein toller Fotograf, er hat eine umfangreiche Dokumentation über den Busumbau angelegt: The Vanual. Von Vorbereitung und Planung bis zum Finish findet der Interessierte hier unzählige Anregungen.

Das Auto kostete 3900 Dollar, neue Reifen und Reparaturen kamen auf 3000 Dollar, die Umbau- und Materialkosten betrugen 5000 Dollar. Hinzu kamen die Solaranlage und der Kühlschrank im Wert von 3000 Dollar, die Both allerdings eintauschen konnte. Insgesamt hat der Umbau am Ende etwa 15.000 Dollar gekostet, und damit deutlich mehr, als Both erwartet hatte.

Viel Geld - trotz Eigenbau

Anders formuliert: Für 15.000 Dollar hätte man auch ein gebrauchtes Wohnmobil bekommen. Aber anstelle einer alten Möhre mit angeranztem Campingplatz-Charme bewohnt Both nun ein ausgesprochen schönes Mobil. Denn der Mann hat Stil: "Ich konnte alles so machen, wie ich es wollte, und alles so gestalten, dass es seine Funktion perfekt erfüllt. Meine Freunde sagen: 'Es ist sehr viel schöner als mein altes Appartement', sagte Both der "New York Times". 


Das ist aber auch nötig, denn das Leben auf der Straße besitzt im wirklichen Leben keinen hohen Stellenwert. Eine Schauspielerin, die eine Rolle in einem seine Kurzfilme hatte, fragte Both, wo er denn lebe. Zuerst antwortete er nur ausweichend mit "in Los Angeles". Dann sagte er, dass er in einem Wagen lebt, der oft auch nur auf öffentlichen Straßen steht. "Oooh cool …" hörte er da, nach einer langen peinlichen Pause. "Das irritiert und führt oft dazu, dass der Kontakt abgebrochen wird." Aber zum Glück könne er dann immer seine Fotos zeigen.


My attempt at making it onto that "designers touching their faces" blog #ismilesometimes

Ein von Zach Both (@zachboth) gepostetes Foto am

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