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Erbschaft - Teil 1: Warum ein Testament machen?

Die Nachkriegsgeneration vererbt ihr Vermögen ? und das Finanzamt kassiert ordentlich mit. Wir sagen, warum Sie ein Testament brauchen, und wie Sie jemanden dazu bewegen können, eines aufzusetzen.

»Das einzig Sichere im Leben ist der Tod«, sagt ein altes Sprichwort. Leider denken die meisten Menschen daran nicht besonders gerne - und deshalb wird auch selten Vorsorge für die Vermögensweitergabe getroffen. So hinterlässt nur gut ein Drittel der Menschen, die ein Vermögen zu vererben haben, bei ihrem Tod auch tatsächlich ein Testament. Diese »Unterlassungssünde« kann herbe Folgen haben. Denn bei jeder Erbschaft will auch der Finanzminister sein Scheibchen abschneiden. Es gibt also schon zwei Gründe ein Testament zu hinterlassen: Man stellt klar, wer was aus dem Erbe bekommen soll. Und man versucht, das meist sauer verdiente Geld auch wirklich denen zukommen zu lassen, die damit bedacht werden sollen, sowie dem Finanzamt nicht mehr, als unbedingt notwendig.

Gigantische Werte wechseln den Besitzer

Und da kommt einiges an Einnahmen auf ihn zu: Denn jetzt ist die vielzitierte »Nachkriegsgeneration« an der Reihe, ihr Vermögen zu vererben - und das ist durchaus beeindruckend: Im Jahresdurchschnitt soll es sich um knapp 50 Milliarden Euro, nach einzelnen Schätzungen sogar um 200 Milliarden Euro handeln. Hinzu kommt, dass heute ein Erbfall noch aus einem anderen Grund ganz andere Dimensionen hat, als früher: Da die Familien personenmäßig kleiner werden, werden andererseits die Vermögensanteile, die weitergegeben werden, immer größer. Hatte im Jahre 1980 eine Erbschaft noch einen durchschnittlichen Wert von etwa 43.460 Euro, so wird der Wert 2003 bei weit über 204.517 Euro liegen.

Erbschaftsteuer zu verschenken?

So hat zwar kaum jemand Mitleid, wenn eine reiche Erbin einen Teil des Familienbesitzes versilbern muss, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können. - Was tatsächlich der einstmals schrillen Fürtin Gloria von Thurn und Taxis passierte. In alltäglichen Fällen versiegt die Schadenfreude hingegen schnell: Ein Firmeninhaber stirbt unerwartet: Seine Erben können das kleine Unternehmen nur zerschlagen, um die Erbschaftsteuer zu zahlen. Sind dadurch womöglich noch Arbeitsplätze gefährdet, findet das niemand mehr lustig.

Veränderter Familienstand

Aber nicht nur die Vermögensstruktur hat sich geändert. Auch die Norm »verheiratet, zwei Kinder« gilt in unserer heutigen Gesellschaft immer weniger. Im Jahre 1990 hatten fast 40 % aller Ehepaare keine Nachkommen ? bei den restlichen 60 % steigt der Trend zur Ein-Kind-Familie. Auch ein Zusammenleben ohne Trauschein ist weit verbreitet. Tritt hier ein überraschender Todesfall ein, ist der überlebende Partner anders als ein Ehegatte übrhaupt nicht abgesichert. Er hat weder ein gesetzliches Erbrecht noch Ansprüche an die Sozialversicherung. Auch im Steuerrecht ist er benachteiligt ? da die beiden weder verwandt noch verheiratet waren. Und so wird er wie eine beliebige fremde Person behandelt und kommt in die ungünstigste Steuerklasse.

Der Gesetzgeber greift ein

Liegt nämlich kein Testament vor, greift statt der testamentarischen die gesetzliche Erbfolge. Und die kann ganz anders aussehen, als sich das der Erblasser (so nennt das Gesetz denjenigen, der etwas zu vererben hat) eigentlich vorstellt.

Ein Beispiel: Rüdiger R. hat in jungen Jahren geheiratet. Jetzt, mit 30 Jahren, hat er mit seiner Frau die Anzahlung auf ein eigenes Haus geleistet. Laut Grundbuch gehört jedem die Hälfte des Hauses. Kinder sind noch keine da, und ein Testament gibt es auch nicht. Rüdiger denkt, dass er auch keines braucht, weil im Todesfall sein Hausteil automatisch an seine Ehefrau fällt. Das ist ein Irrtum! Fiele Rüdiger jetzt plötzlich tot um, würde sein Hausanteil mangels Testament zu gleichen Teilen zwischen seinen Eltern und seiner Ehefrau aufgeteilt werden.

Drei »Muss« für ein Testament

Für den auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt Manuel Tanck, Spezialist für Erbrecht, gibt es sowieso kaum gute Gründe, kein Testament zu machen. Aber in drei Fällen ist es seiner Meinung nach sogar zwingend notwendig eines zu verfassen: »Wenn man verheiratet ist, wenn Kinder da sind oder wenn man Immobilien besitzt«, zählt Tanck auf. Denn ohne Testament werden die Erbberechtigten zu einer Erbengemeinschaft. Und da bedürfen Entscheidungen der Zustimmung aller - so ist Streit oft vorprogrammiert. Mit einem gültigen Testament wird also auch den Hinterbliebenen viel zusätzliches Leid erspart - denn nur so ist der Wille des Verstorbenen klar nachvollziehbar.

Nachfragen gilt schon als Erbschleicherei

So ist es zwar gescheit, rechtzeitig ein Testament aufzusetzen, aber jemanden daran zu erinnern, gilt in unserem Kulturkreis als sehr kaltherzig. Es wird als kränkend empfunden, wenn jemand neben der Trauer auch an etwas Praktisches denken kann.

Es ist schwer, vom Tod zu sprechen

In der psychologischen Betrachtung ist es ein klassischer Fall von Verdrängung: Nichts ist so absolut sicher wie die Tatsache, dass es nur eine begrenzte Lebensdauer gibt. »Und diese Gewissheit, die einzig sichere, die wir haben, wird gnadenlos verdrängt«, meint Prof. Dr. Michael Stark, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Krankenhauses Hamburg Rissen. »Dies gilt selbstverständlich auch für das Verfassen eines Testaments, denn das konfrontiert einen ja wieder mit der eigenen Vergänglichkeit.« Wer also vom Sterben eines anderen redet, tut gut daran, zuerst von eigenen Sterben zu reden, meint Stark. Ein möglicher Situationseinstieg wäre: »Ich habe jetzt ein fünfjähriges Kind und deshalb ein Testament aufgesetzt, um es abzusichern, wenn ich einmal sterbe. Wie sieht es bei dir aus?«

Vorsichtiges Herantasten

»Wenn allerdings im Vorfeld in der Familie nie über das Thema Tod gesprochen wurde, ist natürlich ein Einstieg überraschend und auch schwierig, denn er berührt ja dann ein Tabu-Thema«, erklärt der Arzt. Besser wäre es, von Anfang an schon bei der Kindererziehung, den Tod zum selbstverständlichen - natürlich altersgerechten -Thema zu machen. Selbst Vorbild zu sein, indem man ein Testament abfasst oder durch Kundtun des Wunsches, wie und wo man beerdigt sein möchte, zeigt anderen, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Was antwortet man?

»Eine unbefangene Einstellung dem Sterben gegenüber lässt einen auch unbefangener leben«, weiß Prof. Stark. So könnte eine mögliche Antwort auf die Frage, ob man ein Testament aufgesetzt hat, und wie es aussieht, durchaus lauten: » Ich hinterlasse dir das und das. Vom Rest mache ich mir noch eine schöne Zeit.« Die psychische Hygiene des Erblassers ist nämlich genauso wichtig wie die der Erben.»

Karin Spitra
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(