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Erbschaft Kapitallebensversicherung nicht immer steuerfrei


Eigentlich ist die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung steuerfrei, wenn die Vertragsdauer über mindestens zwölf Jahre geht. Der Pferdefuß: Dies gilt nur für Versicherungsnehmer und Begünstigten selbst.

Die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung ist in der Regel steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens über zwölf Jahre abgeschlossen wurde. Doch die Steuerfreiheit gilt nur für den Versicherungsnehmer und Beitragszahler selbst, wie die DiBa in ihrer jüngsten Ausgabe der Informationen für kritische Bankkunden berichtet.

Achtung: Erbschaftssteuer greift

Das heißt: Der Versicherungsnehmer muss, wenn er die Auszahlung erlebt, keine Einkommensteuern zahlen. "Stirbt er jedoch und greift somit der Todesfallschutz zur finanziellen Absicherung der begünstigten Familie, dann ist die Auszahlung erbschaftsteuerpflichtig", erläutert die Bank. "Im Extremfall kann dies bedeuten: Von 100.000 Euro Auszahlung im Todesfall kassiert der Fiskus bis zu 50 Prozent."

Verwandtschaftsverhältnis regelt Steuer

Grundsätzlich müsse der Begünstigte umso mehr Erbschaftsteuer zahlen, je geringer er mit dem Verstorbenen verwandt war. "Ist der Ehepartner der Begünstigte einer Kapitallebensversicherung, dann muss er darauf nur Erbschaftsteuer zahlen, wenn insgesamt relativ viel Vermögen vererbt wird." Der Ehepartner habe einen persönlichen Freibetrag von 307.000 Euro, einen Versorgungsfreibetrag von bis zu 256.000 Euro und zudem noch weitere Freibeträge für Hausrat (41.000 Euro) und Auto (10.300 Euro).

Gestaffelte Besteuerung

Von den darüber hinaus gehenden Beträgen greife sich der Fiskus zunächst nur sieben Prozent (bis 52.000 Euro), dann elf Prozent (bis 256.000 Euro) und dann 15 Prozent (bis 512.000 Euro) und so weiter.

Geschwister zahlen bis zu 40 Prozent

Die Erbschaftsteuer-Freibeträge verringerten sich jedoch schon bei den eigenen Kindern (persönlicher Freibetrag nur noch 205.000 Euro) und bei den eigenen Eltern oder Enkeln (nur noch 51.200 Euro pro Person). "Aber es gelten die gleichen Steuersätze wie bei den Ehepartnern, beginnend mit sieben Prozent bis 52.000 Euro. Begünstigte Geschwister haben dagegen nur noch einen Freibetrag von 10.300 Euro und müssen bereits je nach Erbsumme zwischen zwölf Prozent und 40 Prozent dem Finanzamt abgeben", heißt es in dem Bericht weiter.

Ganz schlimm für Unverheiratet

Noch dramatischer sehe es aus, wenn zwei unverheiratete Partner sich für den Todesfall des einen absichern wollen. "Jeder hat nur einen Erb-Freibetrag von 5.200 Euro. Von jedem geerbten Betrag darüber gehen 17 Prozent bis 50 Prozent an Vater Staat."


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