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Dieser Typ passt am besten zu Ihnen

Die Lebensversicherung ist die Lieblingspolice der Deutschen. Doch: Immer mehr Experten raten wegen der geringen Renditen vom Abschluss ab. Für wen eine Lebensversicherung noch infrage kommt.

Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist der Liebling der Deutschen: Mehr als 90 Millionen Policen liegen in den Schubladen des Landes. Das heißt, jeder Bürger - vom Säugling bis zum Rentner - hat statistisch gesehen mehr als eine Lebensversicherung abgeschlossen. Mehr als 100 Unternehmen buhlen um die Ersparnisse der Deutschen. Entsprechend unübersichtlich sind die Angebote, erdrückend die Fülle der Möglichkeiten. Wir erklären die Grundbegriffe, damit Sie Fehler vermeiden und das für Ihre persönliche Lebenssituation passende Angebot finden.

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Sie sichert ausschließlich finanzielle Risiken des Todes ab. Stirbt der Versicherte, erhalten die im Vertrag genannten Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe. Ansonsten erlischt der Vertrag nach Ende der Laufzeit, Geld wird nicht ausgezahlt. Die Risiko-Lebensversicherung eignet sich also NICHT als Kapitalanlage.

Wer braucht eine Risikolebensversicherung?

Unbedingt empfehlenswert ist diese Police für Alleinverdiener mit Familie. Banken verlangen sie in aller Regel zur Absicherung eines Kredits für Wohnungsbau oder -kauf. Die Höhe der Versicherungssumme entspricht dabei in der Regel der Höhe der Darlehenssumme, so dass Hinterbliebene die Immobilie weitgehend auf einen Schlag entschulden können. Empfohlen wird die Risikolebensversicherung auch, wenn die Hinterbliebenen selbst nur einen geringen gesetzlichen Rentenanspruch haben.

Versicherungshöhe und Beiträge

Generell gilt: Die unterste Grenze für die Risikolebensversicherung sollte laut Stiftung Warentest das Drei- bis Fünffache eines Jahreseinkommens betragen. Wenn Sie also 30.000 Euro im Jahr verdienen, sollte die Police mindestens 90.000 Euro ausschütten, besser wären 150.000 Euro. Dabei gilt zudem: Wählen Sie eine möglichst lange Laufzeit. Wenn Sie Kinder zu versorgen haben, empfiehlt es sich, den Vertrag bis zum Ende der Ausbildungszeit des Nachwuchses laufen zu lassen.

Die Höhe der Beiträge berechnet sich unter anderem nach Geschlecht und Gesundheitszustand. Raucher zahlen beispielsweise mehr als Nichtraucher. Im Allgemeinen ist ein ärztlicher Gesundheitscheck nur bei hohen Todesfallsummen nötig. Derzeit versichern sich Frauen noch etwas günstiger als Männer, da sie statistisch länger leben. Doch mit diesem Unterschied ist es bald vorbei: Der Europäische Gerichtshof hat den Versicherern ab Ende 2012 Unisex-Tarife vorgeschrieben. Dann wird es wohl auch für die Frauen teurer werden.

Grundsätzlich lohnt sich immer ein Preisvergleich, denn die Prämien variieren je nach Anbieter stark. Generell günstiger wird es, wenn man eine mit der Zeit sinkende Versicherungssumme vereinbart, weil beispielsweise die Kinder dann bereits aus dem Haus sind und nur noch die Ehefrau abgesichert werden muss. Achten Sie bei der Auswahl des Risikoversicherers nicht nur auf den aktuellen Beitrag, also die Summe, die für den Versicherungsschutz mindestens gezahlt werden muss, sondern auch auf den Höchstbetrag, vor allem bei langfristen Verträgen. Beide Werte sollten im Vergleich gut abschneiden.

Einzel- und Partnervertrag

Ehepaare, die sich gegenseitig absichern wollen, können einen "verbundenen Vertrag" abschließen. Der ist günstiger als zwei einzelne. Unverheiratete Paare sollten dagegen getrennte Verträge abschließen und jeweils den Partner als Begünstigten einsetzen. Denn stirbt der eine Partner, steht dem anderen keinerlei gesetzliche Hinterbliebenenrente zu.

Umwandlung in Kapitallebensversicherung

Die Risikolebensversicherung ist nicht als Kapitalanlage geeignet. Wer die Police in eine Kapitallebensversicherung umwandeln will, hat dazu die Möglichkeit. Die meisten Versicherer bieten diese Änderung aber nur innerhalb der ersten zehn Jahre nach Abschluss des Vertrags an.

Was sind Kapitallebensversicherungen?

Sie ist die am weitesten verbreitete Form der Lebensversicherung. Sie sichert das Risiko des Todesfalles ab und bildet zugleich Kapital. Im Unterschied zur Risiko-Police zahlt die Versicherung nicht nur, wenn der Versicherte stirbt (Todesfallschutz), sondern auch, wenn er das Vertragsende erlebt. Kapital-Policen sind also finanzieller Schutz für Hinterbliebene und Altersvorsorge des Versicherten in einem.

Vorteile der Kapitallebensversicherung

  • Garantiezins: Keine andere Sparform garantiert über mehr als 30 Jahre einen festen Zins für den Sparbeitrag.
  • Unverfallbare Gutschriften: Einmal erzielte Jahresprofite können - anders als etwa bei Fonds-Anlagen - nicht wieder verfallen.
  • Flexibilität: Aussetzen, Erhöhen oder Verringern des Sparbeitrags ist jederzeit möglich - kosten allerdings auch; Kapital-Policen lassen sich zudem verkaufen. Professionelle Aufkäufer bieten häufig einen höheren Zeitwert als die Versicherung.
  • Beleihbarkeit: Garantierte Ansprüche (Versicherungssumme) aus einer Kapital-Police können an Banken abgetreten werden, die dann in gleicher Höhe sofort Kredit gewähren.

Nachteile der Kapitallebensversicherung

  • Anbieterauswahl: Finanzstärke, Renditepolitik und Kostenstruktur sind für Laien nur schwer herauszufinden und zu vergleichen.
  • Information: Trotz jüngerer Gesetzesänderung in Richtung mehr Transparenz bleibt eine Police für Verbraucher weitgehend eine "Black Box".
  • Fördermittel: Generell gibt es keine staatliche Unterstützung wie bei der Riester- oder Rürup-Absicherung.
  • Fiskus: Neuverträge (ab Januar 2005) werden zum Zeitpunkt der Auszahlung (abzüglich Einzahlungssumme) voll besteuert. Bei einer Laufzeit von zwölf Jahren und Auszahlungspunkt nach dem 60. Geburtstag ist die Hälfte der Erträge steuerpflichtig. Für Altverträge (bis 2004) hingegen ist die Auszahlung komplett steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief und mindestens fünf Jahre Beiträge geflossen sind.

Für wen ist eine Kapitallebensversicherung geeignet?

Das Kombi-Produkt Kapital-Lebensversicherung taugt für den, der zugleich seine Angehörigen absichern und fürs Alter vorsorgen will. Denn allein mit Blick auf die schrumpfenden Renditen lohnen sich Kapitallebensversicherungen immer weniger. Doch der große Vorteil ist, dass der Kunde die einmal gewährten Jahresgutschriften sicher hat. Sie können nicht mehr verfallen.

Deshalb sind Kapitallebensversicherungen für Familien, besonders junge, immer noch sinnvoll. Zumal sie meist noch nicht ausreichend Geld für Notfälle ansparen konnten. Auch Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, können von einer Kapitallebensversicherung profitieren.

Für die Altersvorsorge aber nur auf eine Kapital-Lebensversicherung setzen, wäre falsch. Am besten ist ein Mix auch mit anderen Vorsorgeprodukten wie etwa Riester- oder Rürup-Rente sowie anderen Formen der Geldanlage .

Wie hoch sind die Renditen?

Zu bedenken ist beim Abschluss einer Kapitallebensversicherung, dass die Renditen in den vergangenen Jahren gesunken sind. Ein Teil der Einzahlungen wird bei der Versicherung für die Altersvorsorge angespart. Die Mindestverzinsung (Garantiezins) für den Sparanteil (Beiträge abzüglich Kosten) beträgt momentan 2,25 Prozent pro Jahr. Ab 2012 wird dieser Zins sogar weiter sinken: auf dann nur noch 1,75 Prozent.

Die tatsächliche Gutschrift, die sogenannte Überschussbeteiligung, liegt aber darüber. 2010 waren es im Branchenmittel 4,23 Prozent - das ist immerhin deutlich mehr als Sparbuchniveau. Allerdings ist die Tendenz sinkend. Denn die Gutschriften hängen unter anderem vom Zinsniveau ab, und das ist seit der Finanzkrise recht niedrig. Entscheidend ist auch, wie kostengünstig ein Versicherer wirtschaftet und wie viel seines Ertrages er tatsächlich an den Kunden weitergibt.

Verbraucherschützer raten wegen der geringen Renditen daher immer häufiger vom Abschluss einer Kapitallebensversicherung ab. Wer dagegen schon lange eine Lebensversicherung besitzt, sollte dabei bleiben. Denn löst der Kunde vorzeitig seinen Vertrag auf, macht er in der Regel Verluste. Grund: Der Rückkaufswert liegt meist unter der Summe der eingezahlten Beiträge.

Wie hoch sind die Beiträge?

Die Beiträge variieren von Anbieter zu Anbieter sehr stark, und hängen mit Alter und Gesundheitszustand des Versicherten ab. So lohnt sich der Abschluss einer Kapital-Lebensversicherung für junge Männer deutlich mehr als für ältere. Denn je länger eingezahlt wird, desto mehr bekommen Sie am Ende auch mit niedrigeren Beiträgen heraus.

Lassen sie sich unbedingt persönlich beraten, bevor Sie eine Kapital-Lebensversicherung abschließen. Am besten von mehreren Stellen wie ihrer Bank und den Verbraucherschutzzentralen.

Fondsgebundene Angebote

Dies ist die risikoreichere Variante: Diese Versicherung kann vor allem bei längeren Laufzeiten eine höhere Rendite erwirtschaften als die konventionelle Lebensversicherung. Dem Versicherten sollte aber bewusst sein, dass seine Beiträge in einen Fonds fließen - und der unterliegt nun einmal Kursschwankungen. Mit der Zeit relativieren sich zwar solche Schwankungen - doch ein Kurseinbruch kurz vor Auszahlungstermin kann einen Großteil der Rendite auffressen. Es ist allerdings möglich, die Fondsanteile von der Versicherung zu übernehmen und auf einem Depotkonto zu deponieren, bis die Kurse sich wieder erholt haben

Die Todesfallleistung wird im Regelfall so gehandhabt, dass dann mindestens 60 Prozent der Einzahlungen ausgezahlt werden. Sollten die erworbenen Fondsanteile zum Todeszeitpunkt einen höheren Tageswert erreichen, wird selbstverständlich diese höhere Summe ausgezahlt.