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Erben und Steuern: Was man bei Lebensversicherungen beachten muss

Wer seine Angehörigen mit einer Lebensversicherung absichern will, muss aufpassen: Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass im Todesfall möglichst wenig Steuern fällig werden.

Von Bernhard F. Klinger

Wer eine Lebensversicherung abschließt, kann Steuern sparen

Wer eine Lebensversicherung abschließt, kann Steuern sparen

Ein Lebensversicherungsvertrag, zwei verschiedene Steuerarten und drei am Vertrag beteiligte Parteien, da wird leicht etwas falsch gemacht, was am Schluss viel Geld kostet. Bevor man daher über eine Lebensversicherung seine Angehörigen oder Erben absichern will, ist es wichtig zu wissen, wie der Vertrag gestaltet sein muss, damit möglichst wenig Steuern anfallen.

An einem Lebensversicherungsvertrag sind grundsätzlich vier Parteien beteiligt. Kompliziert wird die Sache dadurch, dass eine Person zwei Positionen einnehmen kann. Die Beteiligten sind der Lebensversicherer, der Versicherungsnehmer, der Begünstigte und die versicherte Person.

Zu unterscheiden ist bei Lebensversicherungen zunächst zwischen Kapitallebensversicherungen und Risikolebensversicherungen.

• Eine Risikolebensversicherung ist eine Versicherung, in der man monatliche oder jährliche Beträge einzahlt. Im Falle des Todes zahlt die Versicherung eine vertraglich festgelegte Versicherungsleistung aus. Sofern die versicherte Person während der Vertragslaufzeit nicht verstirbt, erhält man die eingezahlten Beträge nicht zurück. Daher sind diese Versicherungen relativ günstig.

• Bei der sogenannten Kapitallebensversicherung, die es in nahezu unendlich vielen Varianten gibt, wird ein Teil des eingezahlten Beitrags durch die Lebensversicherung angespart und verzinst. Endet das Versicherungsverhältnis, ohne dass die versicherte Person verstirbt, so erhält man im Regelfall die eingezahlten Beiträge zurückerstattet sowie erzielte Zinserträge. In vielen Fällen wird der größte Bestandteil des Beitrages angespart. Dies liegt daran, dass diese Variante früher steuerlich stark begünstigt wurde. Auch im Todesfall zahlt die Versicherung eine Versicherungssumme aus. Diese wird dann erhöht um den durch den Versicherungsnehmer bis zum Tod der versicherten Person angespar-ten Betrag. Die Leistung setzt sich daher aus zwei unterschiedlichen Positionen zusammen, was bei der Planung zu berücksichtigen ist.

Die reine Risikolebensversicherung

• Verstirbt die versicherte Person, so wird die Versicherungssumme vom Versicherer an den Begünstigten ausgezahlt. Die Versicherungsleistung wird durch die Erbschaftssteuer besteuert, sodass in diesem Fall die Versicherungsleistung der Erbschaftssteuer unterliegt.

• Die Versicherungsleistung unterliegt bei der Risikolebensversicherung hingegen nicht der Einkommenssteuer.

• Dieses bedauerliche Ergebnis lässt sich jedoch einfach dadurch vermeiden, dass nicht der Erblasser die Versicherung abschließt, sondern dass die Versicherung durch den Begünstigten selbst abgeschlossen wird. Der Erblasser ist lediglich die versicherte Person bzw. das aus Sicht der Versicherung versicherte Risiko. Nur wenn der Versicherungsvertrag vom Erblasser als Vertragspartner der Versicherung abgeschlossen wird, unterliegt die Versicherungsleistung der Erbschaftssteuer.

Die Kapitallebensversicherung

• Bei der Kapitallebensversicherung setzt sich die Versicherungsleistung aus zwei Bestandteilen zusammen. Zum einen aus dem Ansparanteil, zum anderen aus der Versicherungssumme. Der Ansparanteil unterliegt grundsätzlich der Einkommenssteuer, was jedoch im Rahmen der Gestaltung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Für Altverträge, die vor dem 1. Januar 2007 abgeschlossen wurden, gelten hier abweichende Regeln.

• Auswirkungen hat der in der Kapitallebensversicherung angesparte Anteil jedoch auch in Bezug auf die Erbschaftsteuer.

• So kann die vertragliche Zuwendung einer Kapitallebensversicherung auch dann der Erbschaftssteuer unterliegen, wenn im Versicherungsvertrag die bezugsberechtigte Person unabhängig von ihrer Erbenstellung benannt ist. Für diesen Fall betrachtet der Gesetzgeber die Zuwendung des Bezugsrechts als Schenkung, die im Zeitpunkt des Todes besteuert wird. Der Versicherungsnehmer hätte nämlich bis zum Tod der versicherten Person das Bezugsrecht auch ändern können, oder den Versicherungsvertrag aufkündigen können. In diesem Fall hätte er die angesparten Anteile zurückerhalten. Verzichtet der Versicherungsnehmer hierauf und wendet das Bezugsrecht den Begünstigten zu, so stellt dies rechtlich eine Schenkung der bis zum Todestag angesparten Anteile dar. Diese Schenkung unterliegt der Erbschafts- und Schenkungssteuer.

• Auch hier ist es jedoch möglich, die Schenkungs- bzw. Erbschaftsteuer durch Gestaltung zu vermeiden. Ist nämlich der Begünstigte gleichzeitig Versicherungsnehmer, so wäre der Verzicht auf die Kündigung des Versicherungsvertrages und die Zuwendung des Be-zugsrechts rechtlich betrachtet keine Schenkung, weil nur eine Person betroffen ist. In diesem Fall kann daher die Auszahlung der Versicherungssumme einschließlich Sparanteil nicht der Schenkungssteuer unterworfen werden.

• Nur dann, wenn ein Dritter für den Versicherungsnehmer die Beiträge einzahlt, so sind die einzelnen eingezahlten Beiträge Schenkungen an den Versicherungsnehmer. Für diese Schenkungen gilt zum einen alle zehn Jahre neu der bestehende Freibetrag, zum anderen sind im Rahmen einer Ehe gemeinsame Vorsorgeaufwendungen nicht schenkungssteuerpflichtig. Schließen also beide Ehegatten eine Kapitallebensversicherung ab, damit der überlebende Ehegatte im Notfall abgesichert ist, so sollte jeweils die begünstigte Person auch Versicherungsnehmer sein, damit auf die Versicherungssumme keine Schenkungssteuer anfällt.

• Im Unterschied zur Risikolebensversicherung sind allerdings Leistungen aus Kapitallebensversicherungen der Einkommenssteuer unterworfen. Man sollte daher sehr genau prüfen, ob nicht eine Risikolebensversicherung zur Absicherung im Einzelfall die bessere Gestaltung ist.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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