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EXPERTENTIPP: Steuerbonus für die Ferienwohnung im Inland

Wer eine Immobilie an seinem Urlaubsort im Inland gekauft hat, kann auf höhere Steuervorteile hoffen, wenn die Wohnung oder das Haus teilweise leer stehen.

Die Allgemeine Deutsche Direktbank weist in ihren »Infos für kritische Bankkunden« auf ein diesbezügliches Urteil des Bundesfinanzhofes (Aktenzeichen : IX R 97/00) in München hin. »Die höchsten deutschen Steuerrichter entschieden: Steht die Ferienwohnung - neben den Zeiten der Eigennutzung und der Vermietung - mehrere Monate leer, darf der Eigentümer ab sofort einen höheren Kostenanteil in der Steuererklärung angeben«, erläutert die Bank.

Leerstands-Zeiten besser berücksichtigt

Solche so genannten Leerstands-Zeiten sind von den Finanzämtern bislang meist generell als steuerlich uninteressante Selbstnutzung eingestuft worden. Künftig werden Kosten für diese Periode genau in dem gleichen Verhältnis steuerlich berücksichtigt, indem die Wohnung selbst für den Rest des Jahres bewohnt beziehungsweise vermietet wird.

Hohes Sparpotential

»Dazu ein Beispiel: Hat der Hausherr seine Immobilie auf der Insel Rügen zwei Monate im Jahr selbst genutzt und für vier Monate vermietet, dann dürfen von den restlichen sechs Monaten ebenfalls vier Monate als Vermietungszeit verbucht werden. Das kann Jahr für Jahr Tausende von Euros sparen, denn in dem Beispielsfall können künftig nicht nur ein sondern zwei Drittel der jährlich anfallenden Hypothekenzinsen, der Abschreibung des Kaufpreises und der sonstigen laufenden Kosten an das Finanzamt gemeldet werden«, erklärt die Bank.

Sonderfall Vermietungsagentur

Noch großzügiger geben sich Finanzämter, wenn eine Vermietungsagentur mit der Immobilienverwaltung für die Zeiträume beauftragt ist, in denen der Vermieter selbst nicht dort wohnt. »Ist für diese Zeit eine Selbstnutzung im Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen, sind alle Kosten während des Leerstandes absetzbar.«

Gilt nicht für Auslands-Immobilien

Die Allgemeine Deutsche Direktbank schränkte aber ein: »Wer allerdings sein Urlaubsdomizil jenseits der Grenzen hat, kann mit solch zusätzlichen steuerlichen Wohltaten nicht rechnen. Denn Verluste mit der spanischen Finca oder dem Bauernhaus in der Toskana dürfen - anders als beim Ferienhaus in Deutschland - nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden.« Im Gegenteil: Wer Gewinne aus der Vermietung zieht, muss diese versteuern.