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Finanzminister Steinbrück Eine Steuererklärung in Minuten


Die Idee der SPD, jedem Angestellten, der auf eine Steuererklärung verzichtet, 300 Euro Bonus auszuzahlen, ist umstritten. Im stern verteidigt Finanzminister Steinbrück den Plan.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält den von seiner Partei geplanten Steuerbonus für die bislang beste Idee zur Steuervereinfachung und will auf diesem Weg zudem Geringverdiener von Sozialabgaben entlasten. "Noch nie gab es eine wirksamere Maßnahme zum Bürokratieabbau", schreibt Steinbrück in einem Beitrag für den neuen stern. "Viele Millionen Steuerfälle müssen die Finanzämter nie mehr anfassen, die Beamten können sich stärker um Steuerkriminelle kümmern." Für viele Menschen würde die "von vielen als zu kompliziert empfundene Steuerbürokratie zu einer Angelegenheit von Minuten".

Der am Wochenende verabschiedete Vorschlag der SPD sieht vor, dass Bürger jedes Jahr einen Steuerbonus von 300 Euro (Ehepaare: 600) erhalten, wenn sie per Postkarte gegenüber dem Finanzamt erklären, dass sie auf die jährliche Steuererklärung verzichten. Davon könnten "bis zu zehn Millionen Menschen profitieren – gerade in den mittleren und unteren Einkommensschichten", so Steinbrück im stern. "Sie bekamen bisher Erstattungen von weniger als 300 Euro beziehungsweise 600 Euro." Und für all jene Arbeitnehmer, die weniger als 300 Euro Steuern zahlen, wirke "der Bonus wie eine zielgenaue Erstattung von Sozialabgaben" - in der Konsequenz also wie eine nachträgliche Senkung der Lohnnebenkosten. Entlastet würden auf diese Weise "die Menschen, die das Geld zum Leben brauchen", schreibt Steinbrück.

Der SPD-Steuerbonus, so der Finanzminister im stern, sei "pragmatisch und gerecht". "Und der Bierdeckel kann dahin, wo er hingehört: unters Bier", schreibt der Finanzminister in Anspielung auf die vom CDU-Politiker Friedrich Merz entworfene Reform zur Steuervereinfachung, deren Paragrafen auf einen Bierdeckel passen sollten.


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