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Finanzen: Arme Kunden werden von Banken benachteiligt

Sozialhilfeempfänger und andere Menschen mit niedrigem Einkommen werden nach Ansicht der Verbraucher-Zentrale von Hamburger Banken benachteiligt.

Sozialhilfeempfänger und andere Menschen mit niedrigem Einkommen werden nach Ansicht der Verbraucher-Zentrale von Hamburger Banken benachteiligt. Etwa 12.500 Menschen in Hamburg werde ein Girokonto verweigert, teilte die Zentrale am Mittwoch mit. Das führe zu Problemen im Berufsleben und zu hohen Kosten bei Barüberweisungen. "Jeder Mensch hat ein Recht darauf, am normalen Wirtschaftsleben teilzunehmen, und dazu gehört ein Girokonto, sonst wird es teuer", sagte Geschäftsführer Günter Hörmann.

Leben ohne Konto ist teurer

Menschen ohne Girokonto müssen nach Angabe der Verbraucher-Zentrale monatlich bis zu achtzig Euro für notwendige Überweisungen wie Miete und Telefonkosten zahlen. Die Verbraucher-Zentrale verlangt eine gesetzliche Regelung. Für die Banken bestehe mit der Genehmigung eines kreditlosen Kontos kein Risiko, sagte Hörmann.

Wer mehr hat, bekommt mehr

Bedeutend höhere Kosten müssen arme Kunden auch bei Krediten tragen: Das habe die Anfrage zweier Testpersonen der Zentrale um Privatkredite bei mehreren Banken ergeben. Bei den meisten Banken steigt der Zinssatz für niedrigere Einkommensklassen. Als Beispiel nannte Hörmann die Citibank, die ohnehin schon traditionell im Fadenkreuz der Verbraucherschützer steht. Dort zahlten Kunden mit einem Einkommen bis zu 1.500 Euro 15,65 Prozent Zinsen, diejenigen mit einem Einkommen über 2.500 Euro nur 11,69 Prozent. "Dieser Trend zieht sich durch die ganze Branche: Wer mehr hat, bekommt auch mehr. Das ist diskriminierend und ungerecht. Banken sollen ihre Kunden gleich behandeln", sagte Hörmann.

Banken pochen auf Kreditrisiko

Das Kreditgewerbe begründet die höheren Zinssätze bei geringem Einkommen in der Regel mit einem höheren Risiko, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird.

DPA