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Abzocke an ausländischen Geldautomaten Bei diesem Euro-Trick zahlen Sie drauf

Bei Währungsumrechnungen im Ausland ist Vorsicht geboten
Bei Währungsumrechnungen im Ausland ist Vorsicht geboten
© Colourbox.de
Gebührenfalle im Urlaub: Viele Automatenbetreiber bieten an, Geld statt in der Landeswährung direkt in Euro abzurechnen. Sogar Verbraucherschützer fallen auf den Trick herein.

Wer zum Skifahren in die Schweiz fährt, ist sein Geld ohnehin oft schneller los, als ihm lieb sein kann. In diese Gebührenfalle sollte man nicht auch noch tappen: Manche Schweizer Geldautomaten fragen, ob man den Betrag gleich "in Euro" abrechnen will, statt in Franken. Das klingt nach mehr Übersicht und Transparenz: Doch wer zustimmt, zahlt drauf. Denn der Geldautomat legt einfach automatisch einen ungünstigen Wechselkurs fest - und berechnet zusätzlich Gebühren.

"Das kann den Verbraucher leicht 30 bis 50 Euro bei einer Abhebung kosten", sagt Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Er muss es wissen, es ist ihm nämlich kürzlich selbst passiert. Bei einer Schweiz-Reise fiel er auf den Euro-Trick herein, ließ sich vom Automaten hinters Licht führen und zahlte 30 Euro drauf - bei einem Gesamtbetrag von unter 900 Euro. "Dynamic Currency Conversion" (dynamische Währungsumrechnung) heißt die Masche, auf die laut Schaarschmidt auch viele Reisende in Polen, Tschechien und der Slowakei hereinfallen.

Fast zehn Prozent des Geldes ist futsch

Laut "Spiegel Online" ist das Verfahren auch in der Türkei, Großbritannien, Thailand, Dubai oder China auf dem Vormarsch. Dem Bericht zufolge hat Stiftung Warentest für fünf Nicht-Euro-Staaten herausgefunden, dass die Masche den Kunden zwischen 2,5 und 9,6 Prozent Verlust pro Abhebung bringt. Das Ganze ist wohl legal, Kunden müssen schließlich nicht den teuren Umrechnungsservice in Anspruch nehmen, sondern können sich das Geld in der Landeswährung auszahlen lassen. Verbraucherschützer Schaarschmidt sieht darin dagegen eine "moderne Touristenfalle", denn die Anweisungen auf dem Bildschirm seien bewusst so formuliert, dass man leicht in die Kostenfalle tappe.

Die entsprechenden Automaten werden nicht von den Banken selbst betrieben, sondern von speziellen Finanzdienstleistern wie Elavon. Der amerikanische Konzern betreibt laut Spiegel auch in Deutschland 60.000 Terminals mit dem Währungstrick - in diesem Fall werden ausländische Deutschland-Besucher übertölpelt.

Nachträglich wehren könne man sich dagegen nicht, sagt Verbraucherschützer Schaarschmidt. Also lieber zur klassischen Wechselstube gehen? Nein, sagt Schaarschmidt: "In der Regel ist es besser, am Automaten abzuheben. Man muss nur das richtige auswählen."

bak

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