Hintergrund Sonderausgaben


Privatausgaben sollen auch privat bezahlt und nicht von der Steuer abgesetzt werden. Eigentlich. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel - die Sonderausgaben.

Die so genannten "Sonderausgaben" fallen zwar im Privatleben an, sie werden jedoch aus sozialpolitischen Gründen bei der Ermittlung der Einkommensteuer berücksichtigt. Im Gegensatz zu den Werbungskosten und zu den außergewöhnlichen Belastungen sind die einzelnen Sonderausgaben abschließend im Gesetz aufgezählt. Das bedeutet: Nur, was im Gesetz ausdrücklich erwähnt ist, kann eine steuerlich relevante Sonderausgabe sein.

Zum einen gehören die Vorsorgeaufwendungen dazu - Beiträge zu bestimmten Versicherungen. Im einzelnen sind das: gesetzliche Sozialversicherung, freiwillige Pflegeversicherung, freiwillige Krankenversicherung, Unfallversicherung, Lebensversicherung und Sterbekasse, Haftpflichtversicherung. Die Kosten können nur in begrenzter Höhe geltend gemacht werden.

Zu den übrigen Sonderausgaben rechnen: Kirchensteuer, Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten, Aufwendungen für Haushaltshilfen, Ausbildungskosten, Spenden, Schulgeld, Zinsen, Renten und dauernde Lasten. Diese Ausgaben sind zum Teil unbegrenzt abzugsfähig, zum Teil gelten besondere Höchstbeträge.

Die Kosten für einen Steuerberater, die früher auch als Sonderausgabe angerechnet werden konnten, gehören übrigens seit Januar 2006 nicht mehr dazu - Teile davon können allerdings unter die Werbungskosten fallen.

Ohne Einzelnachweis wird für die übrigen Sonderausgaben nur ein Pauschalbetrag gewährt. Dieser Sonderausgaben-Pauschbetrag ist in die Steuertabellen bereits eingearbeitet.


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