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Lohnentwicklung 2010: Rentnern droht Nullrunde

Die Wirtschaftskrise macht auch vor den Rentnern nicht halt: Die 20 Millionen Ruheständler in Deutschland können im nächsten Jahr laut einem Medienbericht nicht mit mehr Geld rechnen. Wegen sinkender Löhne müssten ihre Bezüge eigentlich sogar schrumpfen, doch davor schützt die Rentengarantie - auf Kosten der Rentenkassen.

Die mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich einem Pressebericht zufolge für 2010 auf eine Nullrunde einstellen. Die Bundesregierung rechne in ihrer jüngsten Prognose zur Lohnentwicklung im laufenden Jahr mit einem Rückgang, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab und berief sich dabei auf mit den Zahlen vertraute Kreise. Dadurch müsse möglicherweise die im Juni vom Bundestag beschlossene Rentengarantie erstmals angewendet werden, was die Rentenversicherung mit mehreren Milliarden Euro zusätzlich belasten dürfte.

Bei der Lohnsumme, von der die Anpassung der Altersbezüge abhängt, erwarte die Regierung nun ein Minus von 0,5 Prozent, während sie im Frühjahr noch mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet habe. Wegen der Rentengarantie würden die Ruhegehälter in diesem Fall aber nicht gekürzt, hieß es weiter. Hauptursache für die Entwicklung sei die Wirtschaftskrise: Als Folge der massiv geförderten Kurzarbeit bekämen viele Arbeitnehmer deutlich weniger Gehalt, was sich bei der durchschnittlichen Lohnentwicklung bemerkbar mache.

Eine Nullrunde ist dem Bericht zufolge selbst dann wahrscheinlich, wenn sich die Prognosen bis zur im März fälligen endgültigen Entscheidung über die Rentenanpassung als falsch erweisen sollten. Grund seien Altlasten wie die Nachholung des zuletzt ausgesetzten Riester-Faktors, der das Wachstum der Altersbezüge dämpfen soll.

AP/DPA / AP / DPA
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