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Medien: Time Warner steigert Gewinn drastisch

Der weltgrößte Medien- und Onlinekonzern Time Warner Inc. hat im dritten Quartal 2003 dank ausgezeichneter Ergebnisse seiner TV- und Kabelfernsehsparte einen drastischen Gewinnanstieg verbucht. AOL entwickelte sich schwach.

Das dritte Quartal 2003 war beim weltgrößten Medien- und Onlinekonzern Time Warner Inc. ein geschmischtes: Während das Geschäft in der TV- und Kabelfernsehsparte brummt, ließ die Online-Sparte sehr zu wünschen übrig. Im Printmedien-Geschäft und im Filmgeschäft konnte sich Time Warner behaupten. Die Gesellschaft hatte gerade ihren Namen von AOL Time Warner in Time Warner zurückverwandelt.

AOL verliert in den USA Kunden

AOL sind in den USA in den vergangenen zwölf Monaten zwei Millionen Kunden weggelaufen, davon allein 688 000 im dritten Quartal. AOL hatte zum Quartalsende nur noch 24,7 Millionen US- Nutzer. Der Grund: Viele amerikanische AOL-Mitglieder wechselten zu billigeren Konkurrenten und vor allem zu Kabelfernseh- und Telefongesellschaften mit Hochgeschwindigkeits-Onlineverbindungen. AOL hatte zum Quartalsende in Europa 6,3 Millionen Mitglieder oder 113 000 Nutzer mehr als vor einem Jahr. Die AOL-Anzeigeneinnahmen fielen im dritten Quartal um ein Drittel.

Riesiger Medien-Konzern

Zu Time Warner gehören neben AOL, Kabelfernsehkanäle wie CNN, Turner Broadcasting und HBO, das zweitgrößte US-Kabelfernsehsystem, Filmstudios wie Warner Bros. und New Line, die große Musikfirma Warner Music und eine riesige Verlagssparte mit Magazinen wie «Time» und «Fortune».

Erholung im TV-Geschäft

Time Warner verdiente im Juli-September-Abschnitt 541 Millionen Dollar (466 Mio Euro) gegenüber nur 57 Millionen Dollar im dritten Quartal 2002. Der Gewinn pro Aktie schoss auf zwölf (Vorjahresvergleichszeit: ein) Cent in die Höhe. Der Dreimonatsumsatz erhöhte sich auf 10,3 (zehn) Milliarden Dollar. Dies hat Time Warner am Mittwoch bekannt gegeben. Der operative Gewinn legte um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zu.

Monumental-Verlust bei AOL

Der Neunmonatsumsatz stieg auf 31 (30) Milliarden Dollar. Time Warner verdiente zwei Milliarden Dollar. Das Unternehmen hatte in den ersten neun Monaten 2002 wegen Wertberichtigungen bei seinen AOL-Investments einen Monumentalverlust von 53,8 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Neunmonatsgewinn betrug 45 Cent je Aktie gegenüber roten Zahlen von 12,09 Dollar je Aktie in den ersten neun Monaten 2002.

Schuldenberg wird weiter abgebaut

Die Gesellschaft hatte am Ende des dritten Quartals noch 24,1 Milliarden Dollar Schulden, die Konzernchef Dick Parsons durch Verkäufe von Vermögenswerten und andere Aktionen im kommenden Jahr auf rund 20 Milliarden Dollar reduzieren will. Schuldenreduzierung sei ein Hauptziel, betonte er.

DPA
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