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Millionen-Betrug: Ex-Wunderkind Windhorst angeklagt

Er galt als Vorzeigeunternehmer, hatte bereits mit 15 Jahren ein Vermögen mit einer eigenen Firma gemacht und ging dann spektakulär pleite. Jetzt wurde Lars Windhorst wegen Betrug und Untreue angeklagt. Es geht um Millionen.

Der ehemalige Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst muss sich wegen Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin wirft dem 32-Jährigen vor, im Jahr 2001 ein Privatdarlehen über rund zehn Millionen Euro durch falsche Angaben erlangt zu haben. Im Zeitraum 2002 bis 2004 soll er insgesamt rund fünf Millionen Euro Firmengelder veruntreut haben. Zudem habe er in mehreren Fällen die Insolvenz seiner Firmen zu spät angezeigt. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Windhorst hält die Klage für unbegründet. Sein Anwalt werde beantragen, die Anklage nicht zum Hauptverfahren zuzulassen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Es werde eine umfangreiche Stellungnahme eingereicht.

Mit Kohl auf Staatsreise

Windhorst hatte in den 90er Jahren Furore gemacht, als er als 15-Jähriger eine Computerfirma aufbaute und als gefeierter Jungunternehmer den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Staatsreisen begleitete. Mit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends mussten allerdings drei seiner Firmen Insolvenz anmelden und Windhorst als Privatperson ebenfalls. Auch die zuletzt von ihm geführte Beteiligungsgesellschaft Vatas ist seit kurzem insolvent.

Die Staatsanwaltschaft wirft Windhorst vor, er habe in den Jahren 2002 bis 2004 insgesamt 4,8 Millionen Euro vom Konto einer Aktiengesellschaft auf sein Privatkonto überwiesen. Zudem seien 125.000 Euro an zwei seiner anderen Gesellschaften geflossen. Dies wertet die Anklage als Untreue. Außerdem soll Windhorst ein Darlehen über rund zehn Millionen Euro betrügerisch erlangt haben. Zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses soll er bereits gewusst haben, dass er das Geld nicht fristgerecht würde zurückzahlen können.

Sicherheiten reichten nicht

Zudem sollen die angebotenen Sicherheiten nicht so viel Wert gehabt haben wie von ihm angegeben. Windhorst zahlte von den rund zehn Millionen nur rund 3,2 Millionen zurück.

Auch Insolvenzdelikte werden dem Unternehmer vorgehalten. Die Zahlungsunfähigkeit einer von ihm geführten Firma soll er nicht rechtzeitig angezeigt haben, gleiches gelte für eine Aktiengesellschaft, dessen Vorsitzender Windhorst war. Jahresbilanzen für die Aktiengesellschaft habe er zu spät, für eine andere von ihm geführte Firma gar nicht gestellt.

AP/Reuters / AP / Reuters