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Geldanlage Negativzinsen vermeiden: Diese sichere Möglichkeit gibt es für alle, die keine Aktien wollen

Festgeld bringt zumindest mehr Zinsen als das Sparschwein
Festgeld bringt zumindest mehr Zinsen als das Sparschwein
© D-Keine / Getty Images
Immer mehr Banken erheben Strafzinsen auf Spar-Guthaben. Wer lieber Plus- statt Minuszinsen haben will, aber das Risiko der Aktienmärkte scheut, hat mit Festgeld eine einfache und sichere Alternative. Was Sie dazu wissen müssen.

Sparer haben es nicht leicht: Wenn derzeit von Zinsen bei der Bank die Rede ist, dann meist mit unschönen Vorsilben wie Minus-, Straf- oder Negativ-. Rund 500 Banken und Sparkassen erheben laut dem Finanzportal Biallo hierzulande mittlerweile Negativzinsen auf private Guthaben, gerne auch als Verwahrentgelt bezeichnet.

Immer mehr Bankkunden müssen also bei ihrem Girokonto nicht nur auf Zinsen verzichten, sondern sollen auch noch dafür zahlen, dass sie dort Geld liegen haben – zum Beispiel einen Negativzins von 0,5 Prozent pro Jahr. Die Strafzinsen gelten immer häufiger nicht nur für Neu-, sondern auch für Bestandskunden. Zudem schmelzen die Freibetragsgrenzen dahin, teils wird das Verwahrentgelt schon ab dem ersten Euro erhoben. 

Aktien bieten Rendite – sind aber nicht risikolos

Als Gegenmittel gegen schwindende Sparsummen gelten Aktien: Wer sein Geld vermehren will, kommt heute um den Kapitalmarkt kaum herum. Verbraucherschützer empfehlen für den langfristigen Vermögensaufbau in der Regel einen Sparplan auf Aktien-ETF. Das sind breit gestreute passive Fonds, die bei geringen Kosten die Wertentwicklung eines Index wie des MSCI World nachzeichnen. Auf lange Sicht kann man so mit einer ordentlichen Rendite von sieben bis acht Prozent pro Jahr rechnen.

Die Sache mit den Aktien hat nur einen Haken: Auch der konservativste Wertpapiersparplan kann kurzfristig ins Minus rutschen, wenn die Kapitalmärkte insgesamt abschmieren. Bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren und mehr ist das kein Problem, weil man einfach die nächste Erholung abwarten kann. Aber was tun, wenn ich das Geld in ein, zwei oder vier Jahren brauche? Wenn ich es daher jetzt weder in Aktien stecken, noch zusehen will, wie es in der Zwischenzeit auf dem Konto weniger wird? 

Festgeld bringt mehr als 1 Prozent

Für diesen Fall wird ein Spar-Klassiker wieder interessant, der im allgemeinen Aktien- und Immobilienhype leicht in Vergessenheit gerät: das gute alte Festgeld. Denn so ganz stimmt die Aussage, dass es heute gar keine Zinsen mehr auf dem Konto gibt, nicht. Das mag für Girokonten und Tagesgeld gelten. Wer eine bestimmte Summe für einen fixen Zeitraum auf dem Festgeldkonto parkt, erhält aber zumindest ein bisschen was.

Zu den attraktivsten Angeboten zählt aktuell das Festgeld des schwedischen Zahlungsanbieters Klarna, der seine Konditionen in dieser Woche noch einmal verbessert hat. Wer bei Klarna ein Festgeldkonto eröffnet und sein Geld für 24 Monate anlegt, erhält 1,04 Prozent Zinsen pro Jahr. Bei 12 Monaten Laufzeit sind es 0,73 Prozent und bei 48 Monaten 1,21 Prozent pro Jahr. Wer 10.000 Euro aufs Festgeld-Konto legt, hat also nach vier Jahren 484 Euro Zinsertrag in der Tasche – ohne Zinseszins-Effekt. Das ist zwar keine Hammer-Rendite. Aber dafür gibt es bis zu einer gewissen Anlagesumme praktisch kein Risiko: Selbst im Falle einer Pleite von Klarna würde die gesetzliche Einlagensicherung Schwedens umgerechnet bis zu 100.000 Euro je Sparer erstatten. 

Noch minimal mehr Zinsen gibt es laut Biallo-Vergleich auf Sicht von ein oder zwei Jahren bei der italienischen FCA Bank. Sie zahlt für 12 Monate 0,85 Prozent und für 24 Monate 1,05 Prozent Zinsen je Jahr aufs Festgeld. Allerdings hat die italienische Einlagensicherung ein etwas schwächeres Sicherheitsrating als die schwedische, die auf einer Stufe mit der deutschen steht. Ähnlich viele Festgeld-Zinsen wie Klarna bietet laut dem Festgeldvergleich der FMH Finanzberatung zudem auch der litauische Anbieter Payray. Wer nur der deutschen Einlagensicherung vertraut, bekommt aktuell bei der Isbank – der deutschen Tochter des gleichnamigen türkischen Instituts – die höchsten Festgeld-Zinsen. Diese liegen allerdings deutlich unter 1 Prozent.

Klar ist: Reich wird man mit den aktuellen Festgeld-Angeboten generell nicht. Aber Sparer haben am Ende der Laufzeit zumindest mehr Geld auf dem Konto, als wenn sie Negativzinsen zahlen würden. Zum Schluss: Bevor Sie jetzt all Ihr Geld für zwei Jahre nach Schweden überweisen, denken Sie daran, ein bisschen was tagesaktuell verfügbar zu halten. Auto oder Waschmaschine können schließlich immer kaputt gehen. Um kurzfristig liquide zu sein, empfiehlt es sich, mindestens zwei bis drei Monatsgehälter als Puffer auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto zu haben - am besten natürlich bei einem Anbieter ohne Verwahrentgelt.

Aktuelle Festgeld-Angebote (Zins pro Jahr)

Anbieter

12 Monate

24 Monate

48 Monate

FCA Bank (Italien)

0,85%

1,05%

-

Klarna (Schweden)

0,73%

1,04%

1,21%

Payray (Litauen)

0,72%

1,02%

1,11%

Isbank (Deutschland)

0,37%

0,46%

0,61%

Quellen: Biallo, FMH und Anbieter; Stand: 23.9.2021

Tagesaktuelle Angebote können Sie auf Portalen wie Biallo oder FMH vergleichen.


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