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Urkunden und Vollmachten: Diese Unterlagen brauchen Sie im Todesfall

Stirbt ein geliebter Mensch, hinterlässt er nicht nur eine trauernde Familie, sondern auch jede Menge Spuren in den Akten von Behörden, Versicherungen und Banken.

Ein Mensch sammelt im Laufe seines Lebens einen Berg an Verträgen, Akten, Dokumenten und Verbindlichkeiten an. Nach seinem Tod laufen sie weiter. Genauso wie die Kosten für Versicherungen, Vermögensverwalter oder Telefonverträge. Deswegen sollten Sie spätestens 48 Stunden nach dem Tod eines Familienmitglieds sämtliche Institutionen informieren. Welche Unterlagen Sie dafür brauchen und bei wem Sie sich melden müssen, erklären wir auf den folgenden Seiten.

Das Bankkonto im Erbfall

Hinterlässt der Verstorbene gleich mehrere Erben, bereitet dessen Bankkonto meist große Probleme. Denn grundsätzlich darf eine Erbengemeinschaft nur einstimmig Überweisungen veranlassen oder Abhebungen vornehmen. Was bedeutet das für die Praxis?

Theoretisch müssten demnach alle Miterben einen Überweisungsträger oder eine Auszahlungsanweisung unterschreiben. Das ist weder für die kontoführende Bank noch für die Erbengemeinschaft sinnvoll.

Das größte Problem ist hierbei die Frage, wie die betreffende Bank erkennt, wer zu einer Erbengemeinschaft gehört und wer nicht. Dieses Problem kann nur mit einem Erbschein aus der Welt geschafft werden. Solch eine Urkunde wird vom Nachlassgericht auf Antrag frühestens sechs Wochen nach dem Erbfall ausgestellt. Wenn Sie nicht so lange warten können, haben Sie folgende Alternativen:

Als Kontoinhaber sollten Sie bei Bedarf schon zu Lebzeiten bei Ihrer Bank eine Vollmacht für eine Vertrauensperson aufsetzen. Eine weitere Option wäre eine notarielle Vorsorgevollmacht, die auch über den Tod hinaus gültig ist und Bankgeschäfte ausdrücklich erlaubt.

Oft räumen Banken bei Kontoeröffnung einem Mitkontoinhaber (Ehefrau oder Geschäftspartner) die Möglichkeit ein, gemeinsam und auch nach dem Tod des anderen über das Konto mit zu verfügen. Doch diese Regelung greift nur solange bis die Erben dagegen einschreiten. Was viele nicht wissen: Sie dürfen nicht ohne Weiteres Geld von einem Konto abheben, solange der Erblasser bzw. dessen Erbe ihr Einverständnis gegeben haben.

Wenn Ihnen der Erbschein erteilt wurde, können Sie sich mit den anderen Erben auf einen Verwaltungsberechtigten einigen und diesen der Bank benennen. Allerdings funktioniert das nur bei einem guten Einvernehmen aller Beteiligten.

Was passiert mit den Versicherungen?

Wissen Sie, welche Versicherungen Ihre Eltern oder Ihr Ehegatte abgeschlossen haben? Hier eine kleine Übersicht mit Angaben zu den benötigten Unterlagen:

  • Unfallversicherung: Stirbt der Versicherungsnehmer und steht nur er im Vertrag, endet die Versicherung mit dessen Tod. Falls allerdings noch ein Kind mitversichert ist, verlängert sich die Versicherung bis zur Volljährigkeit des Kindes beitragsfrei. Der neue Versicherungsnehmer wäre in solch einem Fall der gesetzliche Vertreter des Kindes. Der Todesfall muss allerdings schon innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Tod der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden.
  • Krankenversicherung: Auch die Krankenversicherung endet dann, wenn die versicherte Person stirbt. Die Beiträge zur Versicherung müssen dann noch bis zum Ablauf des Monats des Todesfalls entrichtet werden. Falls jedoch weitere Personen mitversichert waren, können sie den Vertrag übernehmen.
  • Haftpflichtversicherung: Stirbt der Versicherte, endet auch bei der Haftpflichtversicherung das Haftungsrisiko. Sie können sogar den Jahresbeitrag anteilsmäßig zurückfordern, wenn er bereits vorher überwiesen wurde.
  • Hausratversicherung: Etwas anders läuft es bei einer abgeschlossenen Hausratversicherung. Denn der Hausrat ist noch bis zu zwei Monate nach dem Tod weiterversichert. Eine weitere Besonderheit: Falls ein Erbe das Haus oder die Wohnung unverändert übernimmt, tritt er automatisch in den vorhandenen Vertrag ein und übernimmt ihn. Kündbar wäre er dann nur durch Einhaltung der Kündigungsfrist.
  • Rechtsschutzversicherung: Eine Rechtsschutzversicherung besteht sogar bis zum Ende des laufenden Versicherungszeitraums.
  • Kraftfahrzeugversicherung: Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist nicht an den Verstorbenen, sondern an dessen Fahrzeug gebunden. Erbt jemand das Auto oder Motorrad, geht der Vertrag automatisch auf ihn über.

Welche Urkunden werden im Todesfall benötigt?

Um den Tod einer Person auch wirklich rechtskräftig bei Behörden und Versicherungen zu melden, brauchen Sie folgende Unterlagen:

  • Totenschein: Dieses Dokument erstellt der Haus- oder Notarzt direkt im Todesfall noch am Wohnort. Es wird der amtliche Todestag festgestellt.
  • Sterbeurkunde: Erst wenn Sie den Totenschein vorlegen, bekommen Sie beim zuständigen Standesamt eine Sterbeurkunde.
  • Erbschein: Er wird beim Nachlassgericht beantragt. Einen Erbschein benötigen Sie dann, wenn Sie auf das Konto eines Verstorbenen zugreifen wollen.
  • Waren Sie mit dem Verstorbenen verheiratet, benötigen Sie gegebenenfalls eine Heiratsurkunde oder das entsprechende Scheidungsurteil. Außerdem kann es vorkommen, dass man Sie um die Vorlage Ihres Personalausweises bittet.
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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