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Senioren: Altenheimaufenthalt manchmal außergewöhnliche Belastung

Der Aufenthalt in einem Altenheim kann unter bestimmten Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden.

Der Aufenthalt in einem Altenheim kann unter bestimmten Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs hervor (Aktenzeichen: BFH, III R 15/00), auf das der Infodienst Recht und Steuern der Landesbausparkassen in Berlin aufmerksam gemacht hat. Erfolge der Einzug in das Heim krankheitsbedingt oder verschlechtere sich der Gesundheitszustand im Laufe des Aufenthaltes dort erheblich, so sei eine Ausnahmesituation gegeben.

Erkrankung als Umzugsgrund ins Heim angegeben

Nach Angaben des Infodienstes wird bei einer altersbedingten Unterbringung in einem Seniorenzentrum der Aufenthalt dort nicht steuermindernd anerkannt. Im konkreten Fall hatte ein 79-Jähriger jedoch mit seiner Erkrankung als Grund für den Umzug argumentiert: Nach einer Oberarm- und Unterschenkelamputation sei er schwerstbehindert und könne sich an manchen Tagen nur noch im Rollstuhl fortbewegen und sei selbst beim Gang zur Toilette häufig auf Hilfe angewiesen. Ihm sei deshalb gar nichts anderes übrig geblieben als der Umzug ins Seniorenstift. Er machte deshalb in seiner Steuererklärung rund 15.000 Euro für die Unterbringung als außergewöhnliche Belastung geltend. Das zuständige Finanzamt weigerte sich, dies so anzuerkennen. Es betrachtete die Kosten für den Aufenthalt im Heim als übliche Aufwendungen der Lebensführung.

Bundesfinanzhof legt Kriterien fest

Der Bundesfinanzhof entschied jedoch, dass die Heimkosten tatsächlich von der Steuer abgeschrieben werden dürften, wobei natürlich Haushaltsersparnis und Pflegezulage abzuziehen seien. Laut Infodienst haben die Richter bei ihrem Urteil großen Wert darauf gelegt, dass der Umzug ins Heim gerade aus Krankheitsgründen erfolgte und damit die Voraussetzung für eine außergewöhnliche Belastung gegeben sei. Das Bundesfinanzministerium hat diesen Angaben zufolge anschließend sogar erklärt, dass es steuerlich nicht entscheidend sei, ob die betreffende Person eigens wegen der Krankheit ins Heim gezogen sei oder ob sich der Zustand erst während des Aufenthalts verschlechtert habe.

DPA
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