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Spritsparen: Mit dem Gasfuß auf die Kostenbremse

Vor allem der CO2-Ausstoß von Autos ist seit einigen Wochen in der Diskussion. Wer einige Tipps beachtet, kann nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

Tempolimits, Fahrbeschränkungen, neue Antriebstechniken - kaum ein Tag vergeht, ohne dass sinnvolle und weniger sinnvolle Überlegungen zum Umweltschutz aus mehr oder weniger sachverständigen Mündern laut werden. Allerdings müssen Autofahrer keineswegs auf eine neue Technik warten, um die Umwelt spürbar zu entlasten. Mit einem veränderten Fahrverhalten lassen sich der Verbrauch und damit auch die Abgas-Emissionen der aktuellen Fahrzeugflotte sofort um bis zu 25 Prozent reduzieren.

Der richtige Umgang mit Gaspedal und Bremse leistet einen Beitrag zum Umweltschutz und schont außerdem den Geldbeutel durch den geringeren Verbrauch. Welch riesige Mengen Kraftstoff sich einsparen ließen, zeigt der Blick auf den Verbrauch: Bei einem 25-prozentigen Minderverbrauch würde der Gesamtverbrauch aller 36,3 Millionen Fahrzeuge mit Ottomotor in Deutschland von rund 34,6 Milliarden Liter Kraftstoff auf unter 26 Milliarden Liter sinken. Bei einem Durchschnittspreis von 1,30 Euro pro Liter Super-Benzin ergäbe sich eine finanzielle Entlastung von über elf Milliarden Euro.

Jede Beschleunigung kostet Kraftstoff

Das Sparen von Treibstoff, mithin die Entlastung der Umwelt, beginnt im Kopf. Detlef Brandenburg vom Mineralölkonzern Aral in Bochum nennt als wichtigste Regel: vorausschauende Fahrweise. Nach einer zügigen Beschleunigung reduziert frühzeitiges Schalten in einen höheren Gang die Motordrehzahl und somit den Verbrauch um bis zu 30 Prozent. Danach gilt es, vorausschauend und mit möglichst konstanter Geschwindigkeit zu fahren. Denn jede Beschleunigung kostet Kraftstoff, jeder Bremsvorgang Energie.

Schwung und aufgebaute Energie sollte man mit dem Einsatz der Schubabschaltung nutzen, indem man bei Geschwindigkeiten über 40 km/h den Wagen ohne Auskuppeln etwa vor einer roten Ampel ausrollen lässt. Dabei wird kein Kraftstoff verbraucht. Das Abstellen des Motors lohnt sich bei Standzeiten, die über 20 Sekunden liegen - etwa an geschlossenen Bahnübergängen, bei Rot bei längeren Ampelphasen, im Stau oder beim Be- und Entladen des Autos.

Optimale Kombination aus Geschwindigkeit und Verbrauch

Grundsätzlich sollten Fahrzeuge nicht bis zu ihrer maximalen Leistung ausgefahren werden. Bei einer rund 80-prozentigen Auslastung des Motors ergibt sich eine optimale Kombination aus Geschwindigkeit und Verbrauch. Kurzstrecken sollte man möglichst meiden, denn auf den ersten zwei Kilometern ist der Verbrauch extrem hoch und kann hochgerechnet bis zu 30 Liter pro 100 Kilometer betragen. Klimaanlagen oder Standheizungen machen die Fahrt komfortabler, sind aber große Energiefresser. Eine Klimaanlage erhöht den Verbrauch um 0,3 bis 0,7 Liter Kraftstoff pro Stunde und sollte deshalb nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Steigen draußen die Temperaturen, verschlechtert allerdings ein geöffnetes Fenster die Windschnittigkeit des Autos. Ein maßvoller Einsatz der Klimaanlage ist dann zumeist die bessere Wahl. ADAC-Fachmann Maximilian Maurer plädiert dafür, dass sich der Fahrer einen Entscheidungsspielraum schafft: "Wenn zusätzlich zum Sicherheitsabstand ein Pufferabstand zum Vordermann gehalten wird, kann kraftstoffraubendes Stop-and-Go-Fahren vermieden werden." Die Fachleute mahnen weiter, auf den richtigen Reifendruck zu achten. Zu niedriger Druck führt zu höherem Spritverbrauch. Zudem sollte der empfohlene Reifendruck um 0,2 bar erhöht werden. Nicht genutzte Aufbauten und unnötige Ladung sorgen für überflüssigen Luftwiderstand und Gewicht. Die Folge solcher Bequemlichkeit ist erhöhter Kraftstoffverbrauch.

Norbert Michulsky/DDP / DDP