Steuererklärung So rechnen Rentner richtig

Steuererklärung: So rechnen Rentner richtig
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Nicht jede Rente wird steuerlich gleich behandelt. Neben der Rentenart zählen immer öfter auch der Rentenbeginn oder die Laufzeit. Wir erklären, was Senioren nun für ihre Steuererklärung wissen müssen.

Früher war alles besser? Zumindest bei der Steuererklärung für Rentner gilt das wohl ohne Einschränkung. Denn während bis 2005 bei der gesetzlichen Rente meist nur 20 bis 25 Prozent der Rente überhaupt zum steuerpflichtigen Einkommen gehörten, sollen es bis 2040 volle 100 Prozent sein. Dazu kommen die neuen staatlich geförderten Modelle, die wie die Riester-Rente schon heute voll steuerpflichtig sind.

Große Unterschiede bei der Besteuerung

Nicht jede Rente wird steuerlich gleich behandelt. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die "Rürup"-Rente sowie Renten aus berufsständischen Versorgungswerken sind nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrages steuerpflichtig. Renten aus privaten Rentenversicherungen sind mit dem günstigen Ertragsanteil steuerpflichtig, dessen Höhe sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet. Leibrenten mit befristeter Laufzeit, zum Beispiel Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrenten aus privaten Versicherungen, sind mit dem besonderen Ertragsanteil steuerpflichtig, dessen Höhe von der Laufzeit der Rente abhängt. Die Riester-Rente und Leistungen aus betrieblicher Altersversorgung, deren Beiträge steuerfrei geblieben sind, sind in voller Höhe als "sonstige Einkünfte" steuerpflichtig. Beamtenrechtliche Pensionen, Betriebsrenten aus einer Direktzusage oder aus Unterstützungskasse sowie entsprechende Hinterbliebenenbezüge sind in voller Höhe als "Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit" steuerpflichtig und gehören in die "Anlage N".

Die gesetzliche Rente ist für alle Neurentner des Jahres 2007 mit 54 Prozent steuerpflichtig, 2008 sind es für Neurentner 56 Prozent. Der Satz steigt bis 2020 jährlich für jeden neuen Rentnerjahrgang um 2 Prozentpunkte und dann bis 2040 noch einmal um einen Prozentpunkt, bis 2040 die Rente voll steuerpflichtig ist. Es wird dabei nicht einfach jedes Jahr eine Summe X von der Rente genommen, die steuerpflichtig ist, sondern stattdessen wird ein lebenslänglicher Rentenfreibetrag ermittelt. Den berechnet das Finanzamt, indem es von der Rente den fälligen Steuerbetrag abzieht.

Freibetrag bleibt stehen

Beispiel: Ein Rentner erhält 1000 Euro Rente und muss 54 Prozent davon versteuern. Der Steueranteil liegt dann bei 540 Euro und der persönliche Rentenfreibetrag bei 460 Euro. Diesen Rentenfreibetrag zieht das Finanzamt in Zukunft von der Rente ab, den restlichen Betrag muss der Rentner versteuern. Steigt die Rente in den kommenden 15 Jahren auf 1250 Euro an, müssen 790 Euro davon versteuert werden, weil der persönliche Rentenfreibetrag bei 460 Euro "stehenbleibt".

Der Freibetrag für Versorgungsbezüge (das sind beispielsweise Beamtenpensionen und Betriebsrenten) liegt 2007 bei 36,8 Prozent der Einkünfte und maximal 2760 Euro. Bis 2040 wird er dann jährlich weiter für jeden neu in Ruhestand tretenden Jahrgang vermindert. Dabei wird in den ersten 15 Jahren der prozentuale Anteil jährlich um 1,6 Prozentpunkte und der Höchstbetrag um 120 Euro reduziert, in den folgenden 20 Jahren sind es jährlich 0,8 Prozentpunkte und 60 Euro. Auch hier gilt: Das Finanzamt rechnet nicht in Prozenten, sondern der zu Rentenbeginn geltende Betrag wird einmal in Euro festgelegt und gilt dann zeitlebens. Beispiel: Wer 1000 Euro Pension bekommt, hat in 2007 als Neupensionär einen Freibetrag von 36,8 Prozent beziehungsweise im Beispiel von maximal 2760 Euro. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag für diese Versorgungsbezüge von 920 Euro wurde abgeschafft und 2005 durch einen Zuschlag von 900 Euro ersetzt, der aber auch zusammengestrichen wird - in den ersten 15 Jahren um jährlich 36 Euro und in den folgenden 20 Jahren um jährlich 18 Euro. 2007 liegt er also bei 828 Euro jährlich.

Änderung bei den Mieteinnahmen

Was gilt für die weiteren Einkünfte wie zum Beispiel Mieteinnahmen? 40 Prozent dieser weiteren Einkünfte wurden steuerlich bisher bis zu einem Höchstbetrag von 1908 Euro nicht berücksichtigt, wenn ein Rentner zu Beginn des Steuerjahres mindestens 64 Jahre alt ist. Dieser Altersentlastungsbetrag wird seit 2005 bis 2040 schrittweise abgeschmolzen. Der Prozentsatz vermindert sich in den ersten 15 Jahren um jeweils 1,6 Prozentpunkte und der Höchstbetrag um 76 Euro pro Jahr, in den darauf folgenden 20 Jahren um jeweils 0,8 Prozentpunkte beziehungsweise um 38 Euro jährlich. Für die Steuererklärung 2007 beträgt er also 36,8 Prozent beziehungsweise maximal 1832 Euro. Und auch hier gilt das "Lebenslang-Prinzip": Der maßgebende Prozentsatz und Höchstbetrag wird einmal festgestellt und gilt dann für die gesamte Lebenszeit.

Oliver Mest/DDP DDP

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