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Talfahrt Terroranschläge treffen auch die Aktienmärkte


In ganz Europa bekamen auch die Aktienmärkte die Auswirkungen der Anschläge in Istanbul zu spüren. Insbesondere die Kurse von Versicherern sowie Luftfahrt- und Touristikunternehmen sackten kräftig ab.

Erneute Bombenanschläge in der türkischen Metropole Istanbul haben die Aktienmärkte in ganz Europa am Donnerstag erschüttert und die Indizes auf Talfahrt geschickt. Herbe Verluste erlitten vor allem Versicherungstitel. Auch Luftfahrt- und Touristikaktien verloren bis zum Mittag deutlich an Boden.

Der Auswahlindex der Eurozone, der Dow Jones EuroSTOXX 50, verzeichnete zunächst einen freundlichen Start, sackte dann aber unmittelbar nach den Anschlägen kräftig ab und stand zuletzt bei 2552 Punkten. Dies war ein Minus von 0,9 Prozent. Die deutlichsten Verluste verbuchte der deutsche Aktienindex DAX mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 3608 Zähler. "Er ist innerhalb Europas derjenige Index, in dem am stärksten gehandelt wird", begründete ein Händler dieses Phänomen. In London rutschte der Standardwerte-Index FTSE 100 zuletzt um 0,7 Prozent auf 4296 Punkte nach unten.

Istanbuler Börse vorerst geschlossen

An der Istanbuler Börse stürzte der nationale Index in den ersten Minuten nach den verheerenden Explosionen von 16 003 auf 14 617 Punkte - ein Rückgang um 7,37 Prozent. Als Folge wurde die Börse bis auf weiteres geschlossen.

"Solche Terrorakte sind Gift", sagte ein Börsianer. Das gelte für die Aktienmärkte insgesamt, vor allem aber für die Luftfahrt- und Tourismusbranche sowie die Versicherer. Ein anderer Händler vermutete bei den Anschlägen einen direkten Zusammenhang mit dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in Großbritannien. "Es ist wohl kein Zufall, dass die Anschläge sich gegen britische Einrichtungen gerichtet haben", sagte er.

Herbe Verluste für Versicherer und Luftfahrt

Sorgen über hohe Schadenssummen infolge der Bombenanschläge belasteten unter anderem die Kurse der niederländischen Aegon, der französischen AXA und britischen Prudential: Aegon fielen um 2,39 Prozent auf 10,63 Euro. AXA gaben um 2,17 Prozent auf 15,36 Euro nach und Prudential büßten 1,75 Prozent auf 449,50 Pence ein. Die Münchener Rück verbilligte sich um 1,54 Prozent auf 97,67 Euro.

In der Luftfahrtbranche stürzten Lufthansa um 3,98 Prozent auf 12,53 Euro. KLM gaben um 3,43 Prozent auf 12,68 Euro nach und BAA fielen um 1,45 Prozent auf 476,75 Pence. Händler erinnerten an die herben Verluste und mühselig einsetzende Erholung der Luftfahrtbranche seit den Anschlägen am 11. September 2001. Sie verwiesen zudem auch darauf, dass die Türkei als Urlaubsland zu den wichtigsten Märkten in Europa zähle. Aktien des weltgrößten Reiseunternehmens TUI gaben um 4,20 Prozent auf 14,82 Euro nach.

Umgekehrt zeigten die Anleihen wenig Reaktion. Sie stiegen nur moderat. Der Euro-Bund Future notierte zuletzt mit plus 0,17 Prozent auf 112,85 Punkte. Vor den Anschlägen stand er mit 0,04 Prozent im Plus. Ebenso reagierten der Goldpreis und der Euro nur marginal und legten leicht zu.


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