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War Hitler reich - und wer waren seine Erben?

Als Führer setzte er auf Prunkbauten. Doch war auch der Privatmann Adolf Hitler reich? Und wer erbte sein Vermögen? P.M. Fragen & Antworten verrät es.

Adolf Hitler auf einer Kunst-Ausstellung

War Adolf Hitler reich?

Bei Hitlers Tod im Jahre 1945 befinden sich auf seinem Konto bei der Kreissparkasse 91.698,77 Reichsmark, beim Franz-Eher-Verlag, der "Mein Kampf" verlegt, ist eine Summe von rund sieben Millionen Mark geparkt. Hinzu kommen Immobilien (allen voran der Berghof, aber auch eine Wohnung an der Münchner Prinzregentenstraße) sowie eine große Kunstsammlung.

Hitler, der in der Öffentlichkeit gern das Bild eines bescheidenen und asketisch lebenden Mannes gab, war also sehr vermögend. Und hatte das Geld immer mit vollen Händen ausgegeben: Um sich selbst prächtig zu inszenieren, Menschen mit Geldgeschenken an sich zu binden und seine größenwahnsinnigen Projekte zu finanzieren. Allein der Umbau und Ausbau des Berghofs und der dazugehörigen Einrichtungen soll eine Milliarde Reichsmark gekostet haben.

Zu seinem Vermögen war Hitler über verschiedene Wege gekommen. Schon in den -Jahren heimste er üppige Spenden von frühen Anhänger(inne)n ein - als Bargeld und, wegen der damaligen Wirtschaftskrise, auch in Form von Schmuck. Später kamen Spenden in Millionenhöhe von großen Unternehmen hinzu, sogar der US-Unternehmer Henry Ford gehörte zu den Spendern. Streng genommen war das Geld meist für die Partei bestimmt, aber Hitler machte nie einen Unterschied zwischen der Parteikasse und seinem eigenen Portemonnaie.

Als Reichskanzler und Reichspräsident bezog der "Führer" ein Jahressalär von 60 000 Reichsmark. Brutto für netto übrigens, denn von 1935 an gab er keine Steuererklärung mehr ab, und seine 1934 angelaufene Steuerschuld von 405.494 Reichsmark hatte er streichen lassen. Das meiste Geld brachten ihm die Tantiemen für "Mein Kampf" ein, 9,84 Millionen Exemplare waren bis 1945 gedruckt worden. In seinem letzten Testament (29. April 1945) vermachte Hitler seinen Nachlass der Partei und seine Kunstsammlung der Stadt Linz. Wie alle NS-Vermögen wurde auch sein Besitz von den Alliierten beschlagnahmt, später von diesen dem bayrischen Staat übergeben (Bayern, weil Hitler in Berchtesgaden gemeldet war).

Diskussionen über mögliche Erbberechtigte entstanden, als Hitler am 25. Oktober 1956 offiziell für tot erklärt worden war. 1959 erkannten die Amtsgerichte München und Berchtesgaden Hitlers Schwester Paula und die zwei Kinder seiner verstorbenen Halbschwester Angela als erbberechtigt an, zu einer Auszahlung ist es dann aber aus verschiedenen Gründen nicht gekommen.

Die von Eva Brauns Familie angemeldeten Ansprüche (zum Beispiel auf die Wohnung in München) wurden mit der Begründung abgelehnt, Eva Braun sei einige Minuten vor ihrem Ehemann gestorben - also nicht seine Erbin. Der größte Teil des Nachlasses wurde - wie der von anderen vermögenden Nazi-Funktionären - für die Entschädigung von NS-Opfern verwendet. 

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