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Zeitplan geändert: Schluss-Schlussverkauf, zweiter Anlauf

Ab 26. Januar heißt es wieder früh aufstehen und zum Winterschlussverkauf spurten. Schlussverkauf - war der nicht abgeschafft? So war's geplant, doch der Bundestag findet erst im Januar Zeit für die Gesetzesänderung.

Der Schlussverkauf ist doch noch nicht endgültig vorbei. Im Januar kommenden Jahres sollen die Schnäppchenjäger wie gewohnt auf ihre Kosten kommen, wie der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, mitteilte. Grund: die Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb kann nicht wie geplant zu Jahresbeginn, sondern wohl erst im Frühjahr in Kraft treten. Ursprünglich sollten die Schlussverkaufsklauseln zum 1. Januar gestrichen werden. Der Winterschlussverkauf beginnt am 26. Januar und dauert zwei Wochen.

Der Bundestag hat einfach zu viel zu tun

Die für das Gesetz notwendige Anhörung im Bundestag wurde auf den 14. Januar vertagt, wie die Bundestagspressestelle bestätigte. Die Bundesregierung plant mit einer Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) auch die Bestimmungen über Schlussverkäufe - Beginn am letzten Montag im Januar und Juli - wegfallen zu lassen. Künftig sollen die Händler selbst entscheiden, ob und wann sie die Preise im gesamten Sortiment reduzieren.

Handel überrascht

Pellengahr nannte die Verschiebung der Anhörung auf Januar "völlig überraschend". Der gesamte Handel sei davon ausgegangen, dass im Sommer der letzte Schlussverkauf stattgefunden habe. Die Gelegenheit, jetzt noch einen Winterschlussverkauf durchführen zu können, "wird sich der Handel aber nicht entgehen lassen", kündigte Pellengahr an.

Er bekräftigte die Forderung an die Politik nach völliger Rabattfreiheit verbunden mit zwei feststehenden Schlussverkaufsterminen. Er hoffe nun, dass sich nicht nur am Termin für das Gesetz etwas ändere, sondern auch am Inhalt. Vor allem die meisten mittelständischen Geschäfte seien für eine Beibehaltung der Schlussverkäufe. Aber auch viele große Filialbetriebe seien an gemeinsamen Ausverkaufsterminen interessiert. Pellengahr sagte, der Handel werde jetzt unverzüglich Vorbereitungen für den Winterschlussverkauf treffen. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sprach sich für eine Beibehaltung der Schlussverkäufe aus. Durch über das Jahr verteilte Sonderaktionen würden die Kunden noch verwirrter, als sie es durch die Vielzahl von Rabattaktionen jetzt schon seien.