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Möbelhaus Nach 70 Jahren ist Schluss: Ikea schafft seinen Katalog ab

Das Logo vom Einrichtungskonzern IKEA im Ortsteil der Gemeinde Schönefeld.
1951 stellte der IKEA-Gründer den Katalog noch selbst zusammen
© Patrick Pleul / DPA
Möbelriese Ikea stellt seinen gedruckten Katalog ein. Die Auflage war in den letzten Jahren drastisch gesunken.

Nach 70 Jahren verzichtet der Möbelhändler Ikea künftig auf seinen gedruckten Katalog. Das in Schweden gegründete Unternehmen will seine Produkte künftig vor allem auf digitalen Wegen vorstellen, wie aus einer Mitteilung der deutschen Ikea-Gesellschaft vom Montag hervorgeht. "Die Entscheidung ist eine Folge des veränderten Medienkonsums und Verbraucherverhaltens", erklärte Ikea-Manager Konrad Grüss.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hatte den ersten Katalog 1951 noch selbst zusammengestellt. Zwischenzeitlich erreichte das Druckwerk im Jahr 2016 die Rekord-Weltauflage von 200 Millionen Exemplaren in 32 Sprachen. Im umsatzstärksten Markt Deutschland waren im vergangenen Jahr noch 23 Millionen Kataloge unter die Konsumenten gebracht worden. Der aktuelle und wohl letzte Katalog hat nur noch eine Auflage von 8,5 Millionen Exemplaren.

Teil der digitalen Strategie

"Sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden ist der Ikea-Katalog mit unzähligen tollen Erinnerungen und Emotionen verbunden", erklärte Ikea-Manager Konrad Grüss. Die Entscheidung, den Katalog nicht weiterzuführen, fiel nach Unternehmensangaben im Zuge der "derzeit laufenden Transformation, durch die Ikea digitaler und besser erreichbar werden soll".

Im vergangenen Jahr sei der Onlinehandel bei Ikea weltweit um 45 Prozent gewachsen, die Webseite habe mehr als vier Milliarden Besucher verzeichnet. Zudem entwickelte das Unternehmen eigene Apps. Die Kunden sollen künftig noch stärker über digitale Wege erreicht werden. Durch die Corona-Pandemie hat Ikea seinen Online-Umsatz stark steigern können, bei gleichzeitig monatelang geschlossenen Einrichtungshäusern. Auf dem deutschen Markt kletterte der Anteil des im Internet erzielten Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020 (30. August) von 9,4 auf 16,2 Prozent.

eli DPA AFP

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