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Bausparvertrag: Einer für alles

Bausparer müssen das Darlehen aus ihren Bausparverträgen nicht notwendigerweise zum Bauen verwenden. Genauso gut kann das Geld in einen Autokauf oder eine Reise investiert werden. Hauptsache, der Vertrag läuft seit sieben Jahren.

Ein Bauspardarlehen muss gar nicht zum Bauen verwendet werden. Darauf hat der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Rings Deutscher Makler (RDM) in Köln aufmerksam gemacht. Vielmehr könne das Geld auch für Aus- und Umbauten verwendet, an Verwandte oder Freunde übertragen oder sogar für ganz andere Investitionen wie etwa Urlaubsreisen ausgegeben werden. Einzige Voraussetzung: Der Vertrag läuft seit mehr als sieben Jahren.

Auch Weitergabe des Darlehens ist möglich

Den RDM-Angaben zufolge haben etwa 26 Millionen Bundesbürger einen Bausparvertrag. Sind nach durchschnittlich sieben Jahren die Mindestsparzeit erreicht und 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme eingezahlt, kann der Sparer über sein Bauspardarlehen verfügen. Falls das Geld nicht für einen Neubau benötigt wird, kann es auch für Renovierungen oder Ausbauten verwendet werden. Auch die Weitergabe des Bausparvertrags sowie des Darlehensanspruchs an Dritte ist möglich. Diese müssten lediglich der Bausparkasse gegenüber nachweisen, dass sie das Darlehen auch zurückzahlen können.

Das Guthaben aus dem Bausparvertrag kann auch für ein neues Auto oder eine Weltreise ausgegeben werden. In diesem Fall muss der Sparer auf die Wohnungsbauprämie verzichten, wobei die Zweckgebundenheit des Bausparvertrags jedoch nach sieben Jahren entfällt. Es könnte auch Sinn machen, das Geld als Eigenkapital zur Immobilienfinanzierung einzusetzen, so der RDM. Bei den derzeitig niedrigen Zinsen sind viele Hypothekendarlehen zum Zins von etwa fünf Prozent zu bekommen. Mit einem höheren Eigenkapitalanteil, der aus einem aufgelösten Bausparvertrag gespeist wird, verringert sich die Laufzeit des Kredits und der Hauskäufer kommt unter dem Strich günstiger davon.

Bei finanziellem Engpass: Ruhen lassen

Bei finanziellen Engpässen sollte ein Bausparvertrag ruhen. Im Gegensatz zu einer Lebensversicherung muss der Sparer beim Ruhigstellen des Bausparvertrages keine Extragebühren zahlen. In der Ansparphase kann außerdem die monatliche Rate gesenkt oder ausgesetzt werden, ohne dass es zu Nachteilen für den Kunden komme. Der Vertrag darf jederzeit zu den alten Konditionen weitergeführt werden, wobei die bis dato aufgelaufenen Zinsen erhalten bleiben und sich lediglich der Zuteilungstermin nach hinten verschiebt.

Wer seinen Bausparvertrag auf Grund größerer finanzieller Probleme kündigen muss, der kann dies mit einer vom Anbieter abhängigen Frist von drei bis sechs Monaten tun. Die Abschlussgebühr von 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme ist dann aber auf jeden Fall weg. Wenn der Vertrag zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht zuteilungsreif war, dann muss der Sparer auch die Arbeitnehmer-Sparzulage und gegebenenfalls Wohnungsbauprämien zurückzahlen, deren Bindungsfrist bei sieben Jahren liegt, so der Maklerverband. Wer länger eingezahlt habe, kann im Falle einer Kündigung des Bausparvertrags die Fördermittel behalten, weil diese dann nicht mehr zweckgebunden sind. (AP)

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