Eigenheim Aus Alt mach Neu


Die Frage, ob die Erweiterung einer bereits bestehenden Immobilie steuerlich als Neu- oder Ausbau bewertet werden muss, sorgt häufig für Debatten zwischen Fiskus und Bürgern. Das Finanzgericht verschafft Steuerzahlern jetzt die Zulage.

Die Frage, ob die Erweiterung einer bereits bestehenden Immobilie steuerlich als Neu- oder Ausbau bewertet werden muss, sorgt häufig für Debatten zwischen Fiskus und Bürgern. Denn nach den bis 31. Dezember 2003 geltenden Regelungen zur Eigenheimzulage waren die Fördersätze für einen Neubau doppelt so hoch wie für den Ausbau. Doch das Finanzgericht von Schleswig-Holstein hat nach Auskunft des Infodienstes Recht & Steuern der Landesbausparkassen nun zu Gunsten eines Steuerzahlers entschieden.

Bisher galten Anbauten "nur" als Erweiterung

Der Mann hatte ein zweigeschossiges Wohnhaus mit rund 183 Quadratmetern geschenkt bekommen. Er errichtete einen etwa 100 Quadratmeter großen ebenfalls zweigeschossigen Anbau. In seiner Steuererklärung beantragte er die volle Eigenheimzulage, weil diese Maßnahme in der Gesamtsicht als Herstellung eines Neubaus zu bewerten sei. Der Fiskus ging dagegen lediglich von der Erweiterung einer bereits bestehenden Wohnung aus.

Zwar handele es nicht um einen kompletten Neubau im klassischen Sinne, urteilten die Richter. Dennoch wies das Finanzgericht die Behörde an, dem Kläger die volle Eigenheimzulage zuzugestehen. Durch den Anbau sei unter Einbeziehung bereits vorhandener Räume im Dachgeschoss tatsächlich etwas Neues entstanden, zumal das Erdgeschoss des Altbaus nunmehr gewerblich genutzt werde. Dafür gebe es zahlreiche Hinweise, zum Beispiel, dass der Zugang zum Dachgeschoss der Altimmobilie nun ausschließlich über den Neubau führe. Zudem überstiegen die für den Neubau eingesetzten finanziellen Mittel den Wert der Altbausubstanz des bisherigen Dachgeschosses deutlich, so dass sie für den neu entstandenen Wohnraum prägend seien.

Unterschied wichtiger denn je

Wie der Infodienst erklärt, ist die Unterscheidung zwischen An- und Neubau seit Jahresbeginn wichtiger denn je. Wer jetzt vorhandene oder selbst genutztes Wohneigentum nur ausbaue oder erweitere, bekomme dafür keine Eigenheimzulage mehr. Doch das Urteil mache klar: "Wenn die hinzugefügte Neubausubstanz für die neue Wohneinheit prägend ist und der Wert der einbezogenen Altbaufläche weniger Gewicht hat, gibt es vom Staat weiterhin die Zulage." Im Zweifel sollte man rechtzeitig vor Baubeginn Finanzamt oder Steuerberater befragen.

DPA

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