Einkommensgrenze steigt Höheres Wohngeld, mehr Berechtigte


Wer bislang kein Wohngeld erhält, weil sein Einkommen knapp über der Bezugsobergrenze liegt, sollte zum 1. Januar erneut einen Antrag stellen: Ab dann steigt nicht nur das Wohngeld selbst, sondern auch der Kreis der Berechtigten.

Die kürzlich von der Regierung vorgenommene Änderung des Wohngeldgesetzes bringt nicht nur einen höheren Leistungsanspruch für die bisherigen Wohngeldberechtigten, sondern führt indirekt auch dazu, dass mehr Menschen als bisher Wohngeld bekommen. So darf ein alleinlebender Arbeitnehmer nach der aktuellen Wohngeldtabelle höchstens ein Nettoeinkommen von 830 Euro haben, um Wohngeld beziehen zu können. Durch die Gesetzesänderung steigt diese Einkommensgrenze jedoch auf knapp 870 Euro.

Auch Heizkosten berücksichtigt

Neu ist neben der Anhebung der anrechenbaren Mietobergrenze und des gezahlten Betrags selbst, auch die Berücksichtigung der Heizkosten. So werden bei der Wohngeldberechnung bei einem Haushaltsmitglied 24 Euro im Monat und bei zwei Mitgliedern 31 Euro aufgeschlagen. Für jeden weiteren wohngeldberechtigten Bewohner steigt der Satz um sechs Euro. Das Baujahr einer Wohnung spielt keine Rolle mehr für die Leistungshöhe, die Unterscheidung nach Gemeinden mit niedrigem und hohem Mietniveau durch die sechs Mietpreisstufen bleibt aber bestehen.

Es bleibt auch beim komplizierten Berechnungsverfahren für das Wohngeld. So muss zunächst das Netto-Haushaltseinkommen ermittelt werden. Dazu rechnet die Wohngeldstelle das Einkommen jedes Haushaltsmitglieds einzeln über Steuerpauschalen oder die Steuererklärung aus. Beispielsweise gilt für Empfänger von Arbeitslosengeld I ein Pauschalabzug von sechs Prozent, während steuer- und sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer eine Pauschale von 30 Prozent von ihrem Bruttoeinkommen abziehen dürfen. Weitere Abzugsbeträge gibt es unter anderem für Kinder und pflegebedürftige Haushaltsmitglieder.

Nicht jedes Haushaltsmitglied zählt

Bei der Wohngeldberechnung zählen nur Haushaltsmitglieder, die auch Anspruch auf die Leistung haben. Leben beispielsweise in einem Haushalt Vater mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II und volljähriger, erwerbstätiger Sohn zusammen, kann nur der Sohn Anspruch auf Wohngeld haben. Denn für den Mietanteil des Vaters kommt bereits die Arbeitsagentur oder Arge auf.

Nachdem Haushaltsgröße, Haushaltseinkommen und Mietstufe der Wohnortgemeinde ermittelt sind, führt der Blick in die Wohngeldtabelle zum Wohngeldanspruch. Dort sind die monatlichen Haushaltseinkommen und die berücksichtigungsfähige Miete gegenüber gestellt. Die Wohngeldtabellen ab 1. Oktober werden nach Auskunft des Bundesbauministeriums wegen des Gesetzgebungsverfahrens zwar erst in einigen Wochen vorliegen. Aus der überarbeiteten Berechnungsformel und der Einbeziehung der Heizkosten ergibt sich aber eine durchaus nennenswerte Steigerung: Der Mietzuschuss für einen Vier-Personen-Haushalt (Nettoeinkommen 1200 Euro, berücksichtigungsfähige Miete von 450 Euro) steigt demnach von knapp 150 Euro auf gut 190 Euro.

Hendrik Roggenkamp/DDP DDP

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