Nutzwert So machen Sie mehr aus Ihrem Geld


Wenn Sie diese Do's und Dont's rund ums Thema Immobilienfinanzierung beachten, bleiben Sie vor bösen Überraschungen verschont.

PLUS

* Professioneller, unabhängiger Rat: Der Kauf einer Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen in Ihrem Leben. Lassen Sie sich von einer unabhängigen Stelle (beispielsweise der örtlichen Verbraucherzentrale) individuell beraten. Das Honorar von 50 bis 150 Euro ist bei einem Gesamtfinanzierungsvolumen von mehreren hunderttausend Euro gut angelegt.

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Finanzierungsangebote vergleichen

: Holen Sie sich nicht nur ein Finanzierungsangebot von Ihrer eigenen Bank ein, sondern auch von anderen Banken. Zinssätze sind verhandelbar, vor allem, wenn Sie Ihrer Bank von einem günstigeren Angebot der Konkurrenz berichten können. Versuchen Sie vor allem, sich Sondertilgungsmöglichkeiten einräumen zu lassen.

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Möglichst hohe Tilgung wählen

: Wenn Sie es sich leisten könnten, sollten Sie eine höhere Tilgungsrate als die üblichen "1 Prozent anfänglich" vereinbaren. Die Tilgungsrate entscheidet darüber, wann ein Kredit abbezahlt ist. Bei jetzigen Zinsen gilt überschlägig: Mit 1 Prozent Tilgung ist man in 34 Jahren, mit 2 Prozent in 24, mit 3 Prozent in 19 Jahren schuldenfrei. In Niedrigzinsphasen wie heute sollte man mit mindestens 1,5 Prozent tilgen. Die meisten Banken akzeptieren übrigens gegen eine Bearbeitungsgebühr auch Tilgungs-Herauf- oder Herabsetzungen während der Laufzeit. Passen Sie also Ihren Kredit Ihren Möglichkeiten an!

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Nutzen Sie so genannte Forward-Darlehen

für die Anschlussfinanzierung: Wenn die Zinsbindung Ihres Immobiliendarlehens in den nächsten zwei bis drei Jahren ausläuft, können Sie sich das heutige günstige Zinsniveau unter Zahlung eines Zinsaufschlags durch ein so genanntes Forward-Darlehen für diese Zeit sichern. Fragen Sie Ihre Bank danach!

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Prüfen Sie die Seriosität Ihres Bauträgers

: Dazu können Sie sich beispielsweise bei der Wirtschaftsauskunftei Creditreform eine Auskunft über das Unternehmen einholen. Erwägen Sie auch, Ihre Immobilie durch einen Architekten bauen zu lassen - entgegen landläufiger Meinung fährt man damit finanziell nicht unbedingt schlechter als mit einem Bauträger und hat dank Architektenhaftung mehr Rechte.

MINUS

* Eigenleistung überschätzen: Realistischerweise werden Sie maximal fünf bis zehn Prozent der Baukosten durch Eigenleistung erbringen können. Und dies auch nur, wenn Sie nicht zwei linke Hände haben und beruflich nicht zu sehr eingespannt sind. In der Regel sollten Sie Ihre Eigenleistung eher ans Ende der Bauphase legen, um den Bauablauf nicht zu verzögern.

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Kosten unrealistisch kalkulieren

: Viele Baufinanzierungen scheitern in den ersten zwei bis drei Jahren, weil die Kosten zu gering kalkuliert wurden. Nachfinanzierungen sind schwierig, und die sich ergebenden Belastungen übersteigen dann oft die finanzielle Leistungsfähigkeit. Selbst wenn man nicht neu baut, geschieht es schnell, dass man Teile von Renovierungskosten oder Umbauten vergisst. Für alle Aufträge gilt: Lassen Sie sich Festpreisangebote mit konkreten Fertigstellungsterminen (inklusive Vertragsstrafe bei Nichteinhaltung) geben.

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Belastungssteigerungen bei der Planung

vergessen: Eine zweite Häufung beim Scheitern von Baufinanzierungen findet sich nach acht bis zwölf Jahren. Dann läuft die Eigenheimzulage aus, und die Zinssätze von Bank- und Förderdarlehen werden neu festgelegt. Bedenken Sie, ob Sie in der Lage sind, die dann höhere monatliche Belastung zu tragen.

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In der Krise Kopf in den Sand

stecken: Sollten Sie Schwierigkeiten beim Bezahlen Ihrer finanziellen Belastungen haben, müssen Sie aktiv werden. Holen Sie sich Unterstützung (beispielsweise bei der Verbraucherzentrale oder der Schuldnerberatung). Auch sollten Sie gegenüber Ihrer Bank offen und ehrlich auftreten, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.

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