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Berliner Polizei warnt: So zocken Betrüger beim Sperrmüll ab

Eine Berlinerin beauftragte den städtischen Sperrmüll-Service - oder zumindest glaubte sie das. Denn statt der Stadtreinigung kam ein privates Müllunternehmen, das eine saftige Rechnung präsentierte. Die Polizei warnt vor solchen Betrügern. Doch die Masche hält sich seit Jahren.

Sperrmüll: Betrüger fordern Bargeld bei Abholung

Sperrmüll-Abholung als Betrugsmasche: Die Berliner Polizei warnt vor Verbraucherabzocke.

Eine 63-jährige Berlinerin wollte in der vergangenen Woche ihren Sperrmüll abholen lassen. Also machte sie bequem im Netz einen Termin. Und tatsächlich kamen fünf Männer, die sich um die alten Möbel und den aussortierten Krempel kümmerten. Doch nach getaner Arbeit kam der Schock: Die Männer verlangten mehr als 2000 Euro für den Auftrag. Die Frau bezahlte vor Ort und wunderte sich über den horrenden Preis. Die Polizei bestätigte später das mulmige Gefühl der Berlinerin: Sie ist auf eine Betrugsmasche reingefallen.

Abzocke beim Sperrmüll

Seit Jahren schaffen es Betrüger mit Internetseiten, die sehr der Seite der Stadtreinigung Berlin (BSR) ähneln, ahnungslose Verbraucher über den Tisch zu ziehen. So setzt die BSR auf die Farbe orange - und natürlich sind auch die Seiten der Abzocker in dieser Farbe gehalten. Auch die Männer, die in der vergangenen Woche bei der Berlinerin gearbeitet haben, trugen orangefarbene T-Shirts.

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Die Kunden glauben, dass sie der Stadtreinigung den Auftrag zur Sperrmüllabholung erteilt haben. Stattdessen kommen Mitarbeiter der Abzocke-Firmen und fordern sofortige Barzahlung - meist einen deutlich höheren Betrag als bei der BSR. Obwohl die Masche schon einige Jahre alt ist, scheinen immer noch Menschen darauf reinzufallen.

Polizei warnt über Facebook

Die Polizei Berlin warnt nun auf Facebook vor den Betrügern. "Lassen Sie sich nicht täuschen! Prüfen Sie bei Auftragserteilung via Internet genau, ob Sie sich auf der richtigen Seite des Unternehmens befinden", schreiben die Beamten. Auch sollen Kunden schon am Telefon darauf achten, ob sie auch wirklich mit der BSR sprechen. "Überschlagen Sie die zu erwartenden Kosten und vereinbaren Sie wenn möglich vorher einen Preis", heißt es dort weiter. Die BSR bietet die Abholung von Sperrmüll ab 50 Euro für fünf Kubikmeter an. Jeder weitere Kubikmeter kostet zehn Euro extra. 

Auch für die Stadtreinigung Berlin sind die Betrüger ein Ärgernis. Dort versucht man, juristisch gegen Abzocker vorzugehen. Eine BSR-Sprecherin sagte dazu in einem Interview: "Unsere Mitarbeiter haben BSR-Ausweise. Die sollte man sich zeigen lassen." 

kg