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Tourismus-Industrie: Skifahren in Österreich - wie lange noch?

Der Klimawandel setzt der Tourismusindustrie in Österreich zu: Steigt die Durchschnittstemperatur um weitere zwei Grad, können ein Drittel der Skigebiete dicht machen - sagt Botschafter Christian Prosl im stern.de-Interview. Aber Prosl kennt auch eine verblüffende Lösung der Probleme.

Rund um Ostern verreisen die Deutschen gerne - zum Beispiel zum Skifahren nach Österreich. Noch geht es der österreichischen Tourismusindustrie gut, die Hoteliers und Restaurantbesitzer melden für die Wintersaison 2007/2008 sogar ein Plus von bis zu fünf Prozent. Aber der Klimawandel hängt wie ein Damoklesschwert über dem Alpenland.

Etwa 600 Skigebiete gebe es derzeit, sagt Österreichs Botschafter Christian Prosl im stern.de-Interview. "Wenn die Temperatur um zwei Grad ansteigen sollte, dann wird es auf etwa 400 reduziert. Das ist ziemlich beträchtlich." Nach OECD-Daten könnten sogar zwei Drittel der Skifahrgebiete gefährdet sein.

Schneekanonen in der Kritik

Bleibt der Schnee aus, behelfen sich die österreichischen Tourismus-Manager momentan mit Schneekanonen. Aber deren Einsatz ist umstritten. Der österreichische Naturschutzbund protestierte im Januar in einer Presseerklärung: "Winter lässt sich nicht künstlich erzeugen. Eine erzwungene Beschneiung kostet viel: Sie kostet Natur, Umweltqualität und Geld." Um einen Quadratmeter Piste über die Saison hinweg zu beschneien, würden 200 Liter Wasser verbraucht, so der Naturschutzbund. Auch der Strombedarf der Kanonen sei gewaltig.

Botschafter Prosl sieht den Einsatz von Schneekanonen weniger kritisch. In den vergangenen zwanzig Jahren sei der Energieverbrauch der Geräte um 90 Prozent zurückgegangen. Außerdem würde das verwendete Wasser in Nutzteichen wieder aufgefangen, so sei ein "natürlicher Wasserkreislauf" entstanden. Aber auch Prosl räumt ein, dass sich Österreichs Tourismusindustrie aufgrund des Klimawandels langfristig neu orientieren muss. "Wir müssen den Tourismus in Österreich in einem gesamtheitlichen Konzept sehen, das heißt: über das Jahr hinaus", sagt Prosl im "Café Einstein", dem Web-TV-Interview von stern.de. "Wenn die Skisaison kürzer wird, dann wird halt die Sommersaison länger." Die Branche müsse ihre Investitionen entsprechend ausrichten.