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Natürliches Bauen: Dieses Material verschließt eigentlich Weinflaschen - daraus werden aber auch Häuser gemacht

Zwei spanische Architekten zeigen, wie sich Energiesparen und natürliche Schönheit verbinden lassen. Ihre Häuser werden Teil des umgebenden Waldes.

Das kleinere Haus streckt sich kühn in die Höhe - man lebt wie in einem Baumhaus.

Das kleinere Haus streckt sich kühn in die Höhe - man lebt wie in einem Baumhaus.

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In Deutschland dämmt man mit Kunststoffschaumplatten und Folien – das sind unnatürliche Materialien. Vielen Menschen ist nicht wohl bei dem Gedanken, in einer großen, luftdichten Plastiktüte zu leben. Und häufig sieht das Ergebnis auch nicht gut aus. Die Korkhäuser der spanischen Architekten Emiliano López und Mónica Rivera zeigen, wie schön nachhaltiges und natürliches Bauen sein kann, wenn man die Oberfläche der Gebäude mit dem Naturmaterial Kork bedeckt.

Das Ensemble der Gebäude haben sie ganz einfach "Zwei Korkhäuser" genannt. Ein besonderer Reiz entsteht, durch das Zusammenspiel des Korks und der Bäume des umgebenden Hains in der Gegend von Plafrugell in Nordspanien. Nachhaltigkeit erstreckt sich nicht allein auf die Wahl der Materialien, die Häuser wurden so geplant und gebaut, dass sie Rücksicht auf den Boden und den Wald nehmen. Natürlich bedecken sie eine gewisse Bodenfläche, doch die Häuser schweben zum Teil über dem Boden, um die Veränderungen möglichst klein zu halten.

 "Die Häuser stehen einem unebenen und steilen Gelände, das so wenig wie möglich verändert wurde", so die Architekten. "Die bestehende Vegetation wurde erhalten und mit neuen mediterranen Pflanzungen aufgewertet, was den Eindruck erweckt, dass sich der Ort nach dem Eingriff kaum verändert hat."

Das größere der beiden Häuser misst 247 qm, das kleinere 112 qm. Sie wurden mit einem Betonfundament und Säulen errichtet. Der Innenraum bekam Holzwände, die Außenverkleidung besteht aus einer doppelten Schicht Isolierkork. So haben die Häuser ganz ohne luftdichte Plastikabdichtung die Energieklasse A erreicht. "Die Verwendung von Kork als Material für die Endbearbeitung der Fassaden unterstützt die ökologische Anpassungsfähigkeit in einer bewaldeten, die von Korkeichen dominiert wird."

Die Außenwände aus der Rinde der Korkeiche und die hellen Innenraum aus Holz erreichen den Eindruck, wie in einem Baumhaus inmitten des Hains zu leben, als sei das Haus ein Teil des Waldes. Großer Wert wurde bei der Planung auf Sichtachsen in dem Gebäude und auf die umgebende Landschaft gelegt. Möglich wird dieses Spiel mit dem Licht, weil die Häuser wie eine optische Resonanzkammer wirken. Alle Räume gehen ineinander über, auf die typische Abschottung von Türen und Fluren wurde verzichtet, so wirken die Innenräume fast luftiger als der umgebende Wald.

Quelle: Emiliano López Mónica Rivera Arquitectos

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