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Kleinreparaturklausel: Welche Reparaturen der Vermieter auf den Mieter abwälzen darf

Bei kleineren Reparaturen in der Wohnung stellt sich die Frage: Wer zahlt? Stiftung Warentest erklärt, wie Mieter erkennen, ob sie selbst zahlen müssen oder ob der Vermieter ran muss.

Ob der Mieter Kleinreparaturen selbst zahlen muss, steht im Mietvertrag

Ob der Mieter Kleinreparaturen selbst zahlen muss, steht im Mietvertrag

Getty Images

Kaputte Lichtschalter, tropfende Wasserhähne, klemmende Türklinken - stehen kleinere Reparaturen in der Wohnung an, heißt es vom Vermieter meist: Bitte selber zahlen, lieber Mieter! Aber ist das rechtens? Nicht unbedingt, wie die Stiftung Warentest mit Verweis auf die geltende Rechtslage berichtet.

Denn grundsätzlich gilt zunächst: Der Vermieter ist nicht nur für Reparaturen im und am Haus verantwortlich, sondern auch in der Wohnung. Allerdings kann er für Bagatellschäden in der Wohnung eine sogenannte Kleinreparaturklausel in den Mietvertrag schreiben. Diese regelt, für welche Reparaturen der Mieter selbst aufkommen muss und bis zu welchem Betrag.

Kleinreparaturklauseln häufig unwirksam

In der Praxis sind viele Kleinreparaturklauseln laut Stiftung Warentest aber unwirksam. Um Reparaturkosten auf den Mieter abwälzen zu können, muss der Vermieter die Klausel so formulieren, dass sie bestimmten Anforderungen genügen. So müssen konkrete Höchstbeträge angegeben sein, bis zu welcher Kostensumme der Mieter selbst zahlen muss. Fehlt der Deckelungs-Betrag oder ist er überhöht, ist die Klausel unwirksam. Was als überhöht gilt, ist leider nicht genau geregelt. Der Deutsche Mieterbund taxiert die zumutbare Grenze auf 120 Euro je Reparatur und für alle Reparaturen im Jahr zusammengenommen auf sechs Prozent der Jahresbruttokaltmiete. Übersteigen die Reparaturkosten die festgesetzten Maximalgrenzen, muss der Vermieter übrigens alles bezahlen und nicht nur das, was über die Grenze hinausgeht. 

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Günstige Großstadt: In Schwerin liegt die ortsübliche Vergleichsmiete im Schnitt bei 5,81 Euro pro Quadratmeter. Das ist deutlich unter dem Bundesschnitt von 6,72 Euro, den das Forschungs- und Beratungsinstitut  F+B für alle 347 Mietpreisspiegel ermittelt hat.

Günstige Großstadt: In Schwerin liegt die ortsübliche Vergleichsmiete im Schnitt bei 5,81 Euro pro Quadratmeter. Das ist deutlich unter dem Bundesschnitt von 6,72 Euro, den das Forschungs- und Beratungsinstitut  F+B für alle 347 Mietpreisspiegel ermittelt hat.

Vermieter muss den Handwerker beauftragen

Außerdem darf der Vermieter in der Klausel nur Dinge aufführen, die dem direkten und häufigen Zugriff des Mieters unterliegen - also Lichtschalter, Türklinken, Wasserhähne. Defekte Leitungen in der Wand gehören nicht dazu, auch Schäden in Hausflur oder Keller dürfen nicht auf den Mieter abgewälzt werden. 

Selbst wenn der Mieter zur Zahlung verpflichtet ist, muss der Handwerker vom Vermieter engagiert werden. Er reicht dann die Rechnung weiter. Nur in absoluten Notfällen darf der Mieter selbst eine Reparatur veranlassen.

Mieter, die sich fragen, ob sie eine bestimmt Reparatur selbst bezahlen müssen, sollten daher wie folgt vorgehen:

  1. Enthält der Mietvertrag überhaupt eine Kleinreparaturklausel? Wenn nicht, muss der Vermieter alle Reparaturkosten selbst tragen.
  2. Enthält die Klausel unzulässige Formulierungen? Dann ist sie unwirksam und der Vermieter muss ebenfalls zahlen.

Den kompletten Artikel gibt es auf www.test.de zu lesen 

Pärchen in neuer Wohnung

bak
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