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Insider-Handel: Hausfrauen-Idol Martha Stewart verurteilt

Mit Kochsendungen scheffelte sie Milliarden. Wegen illegaler Aktiengeschäfte, die 50.000 Dollar Gewinn einbrachten, ist der US-Fernsehstar Martha Stewart schuldig gesprochen worden.

Wegen Verschwörung, Falschaussage und Behinderung der Justiz ist der US-Fernsehstar Martha Stewart schuldig gesprochen worden. Stewart hatte in den 90er Jahren als Hausfrauen-Idol Milliarden Dollar mit Kochsendungen verdient. Laut Anklage verkaufte sie auf Grund illegaler Informationen Aktien eines Biotechnologieunternehmens und belog Aktionäre und die Börsenaufsicht. Die Transaktion soll ihr rund 50.000 Dollar gebracht haben.

Das Urteil wurde am Freitag nach dreitägigen Beratungen der Geschworenen gesprochen. Das Strafmaß soll am 17. Juni verkündet werden. Bis dahin bleibt Stewart auf freiem Fuß.

Die 62-Jährige kündigte auf ihrer Web-Seite an, das Urteil anzufechten. Sie hatte vor Gericht ihre Unschuld beteuert und war nach der Anklage vom Vorsitz ihres Medienimperiums Martha Stewart Living Omnimedia zurückgetreten. Nach dem Schuldspruch drohen ihr nun bis zu 20 Jahre Gefängnis, die Haftstrafe dürfte jedoch deutlich geringer ausfallen. Stewart stand nicht wegen Insider-Handels vor Gericht.

Ihr mitangeklagter ehemaliger Börsenmakler wurde der Verschwörung, Falschaussage, des Meineids und der Behinderung der Justiz schuldig befunden. Die Anklage hatte sich auf die Frage konzentriert, warum Stewart Aktien des Unternehmens ImClone Systems im Dezember 2001 verkauft hatte, bevor der Kurs einen Tag später deutlich fiel. Auslöser für den Kurssturz war die Ablehnung eines Antrags zur Zulassung eines neuen Krebsmedikamentes des Unternehmens. ImClone-Chef Sam Waksal hat zugegeben, seine Aktien abzustoßen zu haben, weil er bereits von der Entscheidung gewusst habe. Er verbüßt wegen Verwicklung in Insider-Geschäfte eine siebenjährige Haftstrafe.