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arbeiten-ausland: Arbeiten in Österreich

Sommers wie winters ist die Alpenrepublik ein beliebtes Reiseziel. Kein Wunder also, dass der Dienstleistungssektor - und hier besonders der Tourismus - die österreichische Wirtschaft dominiert.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) benötigen keine Beschäftigungsbewilligung, wie die Arbeitserlaubnis in Österreich heißt. Bürger anderer Länder benötigen eine Erlaubnis.

Arbeitsvertrag: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Dieser muss bei Beginn des Arbeitsverhältnisses ausgehändigt werden. Der Arbeitsvertrag sollte neben dem Namen und der Anschrift der Vertragspartner über folgende Punkte Auskunft geben: Art der Tätigkeit, Bezüge und Zulagen, Stellenbeschreibung und Arbeitszeit, Beginn des Arbeitszeitverhältnisses und Laufzeit des Vertrages, Kündigungsfristen und -termine, Arbeitszeit, Jahresurlaub und sonstige Sondervereinbarungen. Die Probezeit darf höchstens einen Monat betragen. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Vertragsteilen jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist einseitig aufgelöst werden, ohne dass ein Grund vorliegen muss. Die Kündigungsfrist beträgt mindestens sechs Wochen und steigt bei längerer Firmenzugehörigkeit.

Arbeitszeit: Üblich ist eine tägliche Arbeitszeit von acht oder neun Stunden, bzw. eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Überstunden werden bezahlt. Im Allgemeinen umfasst die Arbeitswoche fünf oder sechs Tage. Der Sonntag gilt als gesetzlicher Ruhetag.

Aufenthaltsgenehmigung: Um länger als drei Monate in Österreich bleiben zu können, wird ein Lichtbildausweis benötigt, der innerhalb dieses Zeitraumes beantragt werden muss. Die Bezirkshauptmannschaft (bzw. die Fremdenpolizei) stellt diesen Ausweis nach Vorlage eines Identitätsnachweises aus. Normalerweise ist der Ausweis fünf Jahre lang gültig. Auch die Familienangehörigen sind aufenthaltsberechtigt. Die Arbeit darf bereits aufgenommen werden, bevor der Ausweis ausgestellt worden ist.

Gehalt: In Österreich setzt sich der Lohn aus dem Direktlohn und den Lohnnebenkosten zusammen. Unter Direktlohn versteht man den Stundenlohn plus Zulagen. Die Lohnnebenkosten setzen sich zusammen aus der Entlohnung für arbeitsfreie, aber entlohnungspflichtige Zeiten wie Urlaub, Feiertage, Krankenstand, aus einem eventuellen 13. und 14. Monatsgehalt und aus freiwilligen Sozialleistungen und Aufwendungen des Arbeitgebers, die nicht direkt dem Arbeitnehmer zufließen wie zum Beispiel Sozialabgaben und die Lohnsummensteuer. Die Gehälter und Lebenskosten in Österreich sind mit Deutschland vergleichbar.

Soziale Absicherung: Die Mitgliedschaft in der Sozialversicherung ist für Arbeitnehmer und für Selbstständige Pflicht. Arbeitnehmer sind versichert bei Krankheit und Mutterschaft, Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, Invalidität, Alter; die Versicherung beinhaltet ferner Leistungen an Hinterbliebene, bei Arbeitslosigkeit und Familienleistungen. Ein Rentenanspruch besteht bei Frauen ab 60 und Männern ab 65 Jahren. Vorzeitige Alterspensionen können unter bestimmten Voraussetzungen bei Frauen ab 55 und bei Männern ab 60 Jahren gewährt werden.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber je nach Länge des Dienstverhältnisses für sechs bis zwölf Wochen, bei Arbeitern vier bis zehn Wochen. Im Falle eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit stehen Angestellten zusätzlich zwei Wochen zu. Arbeiter haben im Fall eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit jedenfalls Anspruch auf Entgeltfortzahlung je nach Dienstzeit von acht bis zehn Wochen. Nach Ausschöpfung des Entgeltfortzahlungsanspruch seitens des Arbeitgebers beginnt die Leistungspflicht (50 Prozent der jeweiligen Bemessungsgrundlage) der Krankenkasse. Weitere Infos zur Sozialversicherung erteilt der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Urlaub: Dem Arbeitnehmer steht ein ununterbrochener bezahlter Jahresurlaub im Ausmaß von 30 Werktagen (fünf Wochen), nach 25 Dienstjahren ein Urlaub von 36 Werktagen (sechs Wochen) zu. Außerdem verzeichnet der österreichische Kalender 13 Feiertage, für Angehörige einiger Konfessionen sogar 14.

Visum: EU-Bürger dürfen ohne Visum einreisen. Bürger anderer Staaten brauchen ein Visum.