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Post auf Linkedin Autist veröffentlicht ehrliche Bewerbung – jetzt kann er sich einen Job aussuchen

"Ich lerne nicht wie andere Leute", weiß Ryan Lowry. Der 20-jährige Autist hat auf LinkedIn einen Brief an mögliche zukünftige Arbeitgeber geschrieben. Die Ehrlichkeit zahlte sich aus.

Viele Autisten haben Schwierigkeiten mit alltäglichen Dingen, die anderen selbstverständlich erscheinen. Das macht es für sie schwer, sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen und geeignete Jobs zu finden.

Ryan Lowry steht vor diesem Dilemma. Er hat sich aber dazu entschlossen, damit ganz offen umzugehen. In einem Brief an potenzielle Arbeitgeber legt er ehrlich dar, welche Stärken er hat, aber auch, was ihm Probleme bereitet. "Ich habe Autismus", schreibt der 20-jährige US-Amerikaner. "Ich besitze außerdem einen einzigartigen Sinn für Humor, habe ein Talent für Mathematik, bin gut in Technologien und lerne schnell." Allerdings würde er auch "einen Mentor" brauchen, erklärt er.

Brief eines Autisten auf LinkedIn schlägt Wellen

"Ich weiß, dass jemand wie Sie mit mir ein Risiko eingeht. Ich lerne nicht wie andere Leute", so Lowry. Deshalb brauche er jemanden, der ihm Dinge erkläre. Allerdings sei er ein "schneller Lerner": "Wenn man mir etwas einmal erklärt, verstehe ich es." Dafür möchte er alles geben. "Ich verspreche, wenn sie mich einstellen, werden Sie froh darüber sein", schreibt er an die möglichen künftigen Arbeitgeber. "Ich werde jeden Tag zur Arbeit kommen, tun, was Sie mir sagen, und hart arbeiten." 

Noch besucht Lowry die High School und arbeitet in einem Café. Doch sobald er seinen Abschluss gemacht hat, möchte er im Bereich Animation oder IT einen Job finden. Darum muss er sich mittlerweile wohl keine Sorgen mehr machen. Seine bewegende, handgeschriebene Bewerbung hatte Lowry auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn gepostet, der Text wurde auch auf anderen Social-Media-Plattformen geteilt, Medien in den USA und darüber hinaus berichteten darüber. Die Resonanz auf die ehrlichen Worte war überwältigend.

Post auf Linkedin: Autist veröffentlicht ehrliche Bewerbung – jetzt kann er sich einen Job aussuchen

Große IT-Unternehmen sind interessiert

Lowry bekam eine ganze Reihe von Jobangeboten oder Möglichkeiten zur Weiterbildung, die auch auf seine besonderen Bedürfnisse abgestimmt sind. "Eine Menge Leute wollten mit ihm reden", sagte Lowrys Mutter dem lokalen Nachrichtenportal WJLA – darunter auch große IT-Firmen wie Dell. "Ich hätte nie gedacht, dass das passiert."

Ryan Lowry fällt dazu nur ein Wort ein: "Verrückt." Ihm stehen nun viele Möglichkeiten offen. Vorerst möchte er an einem dreijährigen Mentoring-Programm teilnehmen, das junge Autisten im Bereich Animation ausbildet.

Quellen: LinkedIn / WJLA

epp

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