Fluglotsen Streik ist vorerst vom Tisch


Aufatmen auf deutschen Flughäfen: Zwar wird die Lotsen-Gewerkschaft das Angebot der Flugsicherung vermutlich ablehnen, aber zu einem Streik kommt es wohl auch nicht. Die Gewerkschaft will ein Schlichtungsverfahren einleiten und muss deswegen mindestens 14 Tage die Füße still halten.

Im Tarifstreit bei der Flugsicherung ist ein Streik der deutschen Fluglotsen offenbar vom Tisch. Nach Angaben aus Luftfahrtkreisen wird die bundeseigene Deutsche Flugsicherung ein Schlichtungsverfahren einleiten, falls die Lotsen-Gewerkschaft ihr Tarifangebot ablehnt. Als Schlichterin sei die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin vorgesehen.

Bei Streik wären 8000 Flüge ausgefallen

Nach bisherigen Plänen sollte der erste Fluglotsenstreik in Deutschland binnen weniger Tage beginnen. Drei Viertel der täglich im Schnitt 8000 Flüge in und über Deutschland wären dann ausgefallen. Davon wären europaweit umgehend hunderttausende Passagiere betroffen gewesen. Trotz des geplanten Einsatzes größerer Maschinen hätte ein Streik die Flugunternehmen hohe Summen für die laut EU-Verordnung notwendigen Entschädigungen für die Fluggäste wie etwa Hotelübernachtung oder Verpflegung gekostet.

Auch der Gewerkschafts-Sprecher schloss eine Schlichtung nicht mehr aus. "Das würde uns sofort wieder in die Friedenspflicht zwingen. Das heißt, sämtliche Streiks werden erst einmal ausgesetzt", sagte GdF-Sprecher Marek Kluziak im ZDF. Das Unternehmen bietet drei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung für die 5300 Beschäftigten, darunter 1800 Fluglotsen.

Die Arbeit als Fluglotse gehört nach wie vor zu den besonders begehrten - und gut bezahlten - Berufen in Deutschland. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt laut DFS bei knapp 100.000 Euro bei 38,5 Arbeitsstunden pro Woche einschließlich bezahlter Pausen. Berufsanfänger bekommen nach dreijähriger Ausbildung brutto zwischen 4400 bis 6300 Euro im Monat.

Reuters Reuters

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