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Gehaltsreport Mit diesen Studiengängen erzielt man die höchsten Einstiegsgehälter

Die Verdienstperspektiven für Studenten sind sehr unterschiedlich
Die Verdienstperspektiven für Studenten sind sehr unterschiedlich
© AzmanJaka / Getty Images
Was verdienen Hochschul-Absolventen? Der Gehaltsreport der Jobplattform Stepstone zeigt, wie stark die Einstiegsgehälter je nach Studienrichtung auseinander gehen - und in welchen Branchen am besten bezahlt wird.

Die Corona-Krise stellt Unternehmen und Arbeitnehmer aktuell vor besondere Herausforderungen. Aber eines ändert sich dadurch nicht: Ein abgeschlossenes Studium erhöht die Chance, im Anschluss einen gut bezahlten Job zu finden. Laut dem Jobportal Stepstone verdienen Absolventen mit akademischer Ausbildung zum Berufsstart rund 24 Prozent mehr als Berufseinsteiger mit abgeschlossener Lehre. 45.400 Euro – so hoch ist das Brutto-Jahresgehalt eines Absolventen im Schnitt, wie die Auswertung von 13.000 Einstiegsgehältern für den Gehaltsreport 2020 ergab.

Vor allem aber zeigt die Analyse, mit welchen Einstiegsgehältern Absolventen je nach Studienrichtung und Abschluss rechnen können. Dabei bestehen große Unterschiede. Am lukrativsten ist demnach ein Studium der Medizin oder Zahnmedizin, für das die Gehaltsexperten ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 59.500 Euro ermittelten. Ebenfalls über 50.000 Euro liegen die Informatiker und Wirtschaftsinformatiker, die Ingenieure und Wirtschaftsingenieure (jeweils mit Masterabschluss) sowie die Juristen.

Am Ende der Skala liegen Geisteswissenschaftler, Geschichts- und Kulturwissenschaftler, Architekten und Geowissenschaftler, die trotz eines Master-Abschlusses auf durchschnittliche Einstiegsgehälter von weniger als 40.000 Euro kommen.

Tabelle: Durchschnittliche Einstiegsgehälter (brutto) je Studiengang

Studiengang

Bachelor

Master

Medizin und Zahnmedizin*

-

59.500 Euro

Wirtschaftsingenieurwesen

47.100 Euro

52.800 Euro

Rechtswissenschaften*

-

52.300 Euro

Informatik

45.700 Euro

51.000 Euro

Wirtschaftsinformatik

45.700 Euro

50.900 Euro

Ingenieurswissenschaften

46.300 Euro

50.800 Euro

Wirtschaftswissenschaften

41.500 Euro

46.900 Euro

Psychologie

37.100 Euro

46.400 Euro

Naturwissenschaften (Bio, Chemie, Physik, Pharmazie)

40.400 Euro

43.700 Euro

Erziehungswissenschaften und Sozialpädagogik

39.700 Euro

41.900 Euro

Politik- und Sozialwissenschaften

37.900 Euro

40.700 Euro

Design

34.100 Euro

40.500 Euro

Geowissenschaften

35.300 Euro

39.800 Euro

Architektur

37.800 Euro

39.600 Euro

Geschichts- und Kulturwissenschaften

35.100 Euro

36.900 Euro

Geisteswissenschaften

34.600 Euro

36.500 Euro

*kein Bachelor-/Master-System / Quelle: Stepstone

In der Auswertung berücksichtigt sind Brutto-Jahresgehälter von in Vollzeit arbeitenden Akademikern mit maximal zwei Jahren Berufserfahrung. Variable Gehaltsbestandteile wie Boni und Provisionen sind enthalten. Die Daten wurden zwischen September 2019 und August 2020 erhoben, also teils vor und teils nach Ausbruch der Pandemie.  

Lukrative Berufsfelder und darbende Branchen

Großen Einfluss auf das Gehalt hat neben dem Studienabschluss auch die Branche, in der die Berufsanfänger ihre Karriere starten. Besonders gut wird laut Stepstone-Daten nach wie vor in der Automobilindustrie bezahlt mit Einstiegsgehältern von im Schnitt 51.700 Euro. Ebenfalls lukrativ sind die Luft- und Raumfahrtbranche (51.200 Euro), Chemie und Erdöl verarbeitende Industrie (49.900 Euro), Banken (49.800 Euro) sowie Pharmaindustrie (49.800 Euro). Besonders schlecht bezahlt wird in Hotel- und Gastrogewerbe (34.000 Euro) sowie Freizeit, Touristik, Kultur und Sport (36.100 Euro) – also genau jenen Branchen, die besonders unter den Auswirkungen der Pandemie leiden.

Interessant ist auch der genauere Blick auf die lukrativsten Einsatzfelder für Studiengänge mit unklarem Berufsbild. Geisteswissenschaftler etwa verdienen laut Auswertung zum Berufsstart am besten im öffentlichen Dienst und bei Verbänden sowie in der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Wirtschaftswissenschaftler erzielen in der Unternehmensberatung die höchsten Gehälter, Pädagogen und Sozialwissenschaftler verdienen in Personaler-Jobs am meisten. 

Insgesamt sieht Stepstone-Experte André Schaefer die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv. "Trotz der Corona-Pandemie suchen Arbeitgeber wieder verstärkt nach Mitarbeitern", sagt Schaefer. "Dabei gilt auch in einer Krisenzeit: Je höher meine Qualifikation ist, desto bessere Chancen habe ich auf ein hohes Einstiegsgehalt." Über alle Studiengänge hinweg liegt das Einstiegsgehalt für Bachelor-Absolventen bei 42.200 Euro, für Abgänger mit Master-Abschluss bei 47.400 Euro und für Promovierte bei 56.300 Euro.

Grundsätzlich gilt zudem: Je größer das Unternehmen, desto höher die Gehälter. Während in Betrieben bis zehn Mitarbeiter das Durchschnittsgehalt bei 40.000 Euro liegt, beträgt es in Konzernen mit fünfstelliger Mitarbeiterzahl über 50.000 Euro. Und auch eine Geschlechterlücke geht aus den Zahlen hervor: Die männlichen Absolventen verdienten zum Berufsstart im Schnitt über 5000 Euro mehr als die weiblichen.


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