Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede Gleichheit noch nicht in Sicht


Trotz gleicher Ausbildung, identischem Alter und Beruf verdienen Frauen im selben Unternehmen rund 12 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Frauen verdienen bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleichem Beruf im identischen Betrieb rund 12 Prozent weniger als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Universität Konstanz und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB).

Im Durchschnitt war der Lohn von Vollzeit beschäftigten Frauen im Jahr 2001 in den alten Bundesländern um etwa 24 Prozent geringer als der Lohn der Männer. Im Untersuchungszeitraum von 1993 bis 2001 wurde festgestellt, dass der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern "nur leicht" zurückgegangen ist.

"Im internationalen Vergleich ist dies recht hoch"

Erklärt wird der Lohnunterschied teilweise damit, dass Frauen häufiger in Berufen und Betrieben arbeiten, "in denen ein unterdurchschnittlicher Lohn bezahlt wird". Doch auch innerhalb des gleichen Berufes, so die Studie, "verdienen Frauen im Durchschnitt um 22 Prozent weniger als Männer".

Selbst bei gleichen Voraussetzungen und gleichem Arbeitgeber klafft noch eine Lücke von 12 Prozent in den Einkommen zwischen Frauen und Männern. "Im internationalen Vergleich ist dies recht hoch", konstatiert Dr. Hermann Gartner vom IAB, und verweist auf Forschungsergebnisse aus den USA und Skandinavien. Dort seien so gut wie keine geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede im gleichen Beruf und im gleichen Betrieb zu finden.

Welche Faktoren die Lohnunterschiede erklären können und welche Schlussfolgerungen die Autoren Professor Dr. Thomas Hinz und Dr. Hermann Gartner aus ihrer Untersuchung ziehen, kann nachgelesen werden in der Studie "Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Branchen, Berufen und Betrieben". Das IAB-DiscussionPaper No. 4/2005 steht im Internet als PDF-Datei zum Download bereit.


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