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Mobilität: Arbeiten in der EU

EU-Bürger können sich in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union ohne Schwierigkeiten niederlassen - nur wird die Freizügigkeit selten genutzt. Das soll sich nun änderen.

Seit 30 Jahren liegt der Anteil der Europäer, die in einem anderen EU-Land als ihrem Geburtsland leben, nahezu konstant bei zwei Prozent. Auch die hohe Arbeitslosigkeit in einigen Mitgliedsländern hat kaum dazu geführt, dass Arbeitnehmer in EU-Staaten mit besseren Arbeitsmarktperspektiven ausgewandert sind.

Das will die EU ändern: Das Jahr 2006 hat die Kommission zum "Europäischen Jahr der Arbeitskräftemobilität" ausgerufen. Eine wichtige Etappe ist bereits geschafft. Unter der Internet-Adresse eures.europa.eu, die bei den Arbeitsämtern der Mitgliedstaaten erfasst sind, stellt die EU alle Jobangebote online. Eures soll als europäisches Portal zur beruflichen Mobilität diese Angebote vernetzen. Blaue Flaggen kennzeichnen Stellenangebote von Arbeitgebern, die besonders an der Einstellung ausländischer Beschäftigter interessiert sind.

Wer einen Job sucht, kann auch seinen Lebenslauf hinterlegen. Die Datenbank wird nach Angaben der Initiatoren von den europäischen Arbeitsverwaltungen täglich aktualisiert. Damit soll sichergestellt werden, dass nur wirklich verfügbare Stellen im System enthalten sind. Jede Ausschreibung enthält Angaben zu den Bewerbungsmodalitäten und Ansprechpersonen. Die Kontaktperson kann einer der Eures-Berater sein, die es in Deutschland vor allem in größeren oder grenznahen Arbeitsagenturen gibt.

Angebote in allen Sprachen

Im Test funktionierte das Suchsystem erstaunlich gut: Die meisten Detailangaben zu einem Stellenangebot, beispielsweise zu Vertragsart oder den von Bewerbern verlangten Voraussetzungen, werden in alle EU-Sprachen übersetzt. Die vordefinierten Suchkategorien liefern daher für alle verfügbaren Sprachfassungen das gleiche Ergebnis.

Das gilt jedoch nicht für die Freitextsuche. Wer beispielsweise als Kellner im Ausland arbeiten will, erhält unter dem deutschen Suchbegriff andere Treffer als bei der Suche nach dem französischen "serveur" oder dem englischen "waiter".

Viele Infos fürs reale Leben

Neben Stellenangeboten bietet die Website eine umfangreiche Datenbank mit praktischen Informationen zu Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Ländern der EU. Arbeitssuchende erfahren hier nicht nur, welche Durchschnittslöhne im Wunschland gezahlt werden, sondern auch, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind und mit welchen Leistungen der Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung sie im Ausland rechnen können.

Hendrik Roggenkamp/DDP / DDP
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