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Pilotinnen: Eine Minderheit im Cockpit

Berufspilotinnen sind in der internationalen Verkehrsluftfahrt nach wie vor eine Minderheit. Symptomatisch für die Entwicklung ist das Beispiel Alitalia, die vor Jahren erklärte, dieser Beruf sei keine Frauensache.

Das geht aus einer weltweiten Umfrage des führenden deutschen Magazins der Zivil- Luftfahrt, "Aero International" (September-Ausgabe), hervor. Nach dieser Untersuchung ist der Anteil der Frauen im Cockpit in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, liegt aber nach wie vor weltweit nur bei 2,5 Prozent.

In Deutschland sind es 3,1 Prozent, obwohl heutzutage "in diesem Beruf Chancengleichheit vorhanden ist", sagte Heidi Galland, Präsidentin der Vereinigung Deutscher Pilotinnen. Auch sei die Bezahlung - im Gegensatz zu vielen anderen Berufen - gleich. Zudem sei Fliegen heute kein Kraftberuf mehr. Vor allem Kopf und Charakter seien gefragt.

Arabische Fluggesellschaften beschäftigen seit Jahren Pilotinnen

In Europa nehmen British Airways mit einem 5-Frauen-Anteil im Cockpit und Air France mit vier Prozent unter den großen Airlines eine Spitzenposition ein. Die französische Fluglinie hatte 1974 die erste Pilotin eingestellt und beschäftigt heute 165 Flugzeugführerinnen, darunter 100 Flugkapitäne. Die Deutsche Lufthansa, die von 1986 an Flugschülerinnen annahm, liegt mittlerweile bei drei Prozent. Heute gibt es 103 Lufthansa-Pilotinnen, von denen 17 Kapitänsstreifen besitzen. Spitzenreiter in Deutschland ist laut "Aero International" die Münchner DBA mit einem Frauen-Anteil von 4,6 Prozent. Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin sind es 3,5 Prozent, bei Hapag Lloyd drei, bei LTU 2,5 und bei Condor zwei Prozent.

Wenig bekannt ist, dass arabische Fluggesellschaften seit Jahren Pilotinnen beschäftigen. "Aero International" berichtet, dass die Jordanierin Tagrheed Akasheh Mitte der 80er Jahre Flugkapitän auf dem Langstreckenjet Lockheed TriStar war. Später wurde sie Chefpilotin der staatlichen Fluggesellschaft Royal Jordanian.

Symptomatisch für die Entwicklung ist das Beispiel Alitalia: Vor 25 Jahren erklärte die italienische Fluggesellschaft, der Piloten-Beruf sei keine Frauensache. Heute sind 1,24 Prozent der Alitalia-Piloten Frauen.

DPA / DPA
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