Umfrage Freizeit ist käuflich


Vorbei die Zeiten, in denen Arbeitnehmer auf keine Stunde Freizeit verzichten wollten. 10-Stunden-Tage und Wochenend-Arbeit sind für fast ein Viertel der Deutschen vorstellbar - gegen mehr Lohn.

Die Menschen wollen offenbar wieder mehr arbeiten. Fast jeder Vierte ist heute bereit, für etwas mehr Lohn gelegentlich zehn Stunden am Tag zu arbeiten, wie eine Studie des Hamburger BAT Freizeitforschungsinstitutes ergab, die dem 'Hamburger Abendblatt' vorliegt.

Außerdem können sich demnach immer mehr Menschen vorstellen, auch am Wochenende zu arbeiten: Heute ist dazu fast jeder Vierte bereit, vor drei Jahren haben nur 15 Prozent der Deutschen zugestimmt. Bei den Arbeitern würde heute sogar fast jeder Dritte auch den Sonnabend und Sonntag für sein Unternehmen opfern, wie es weiter hieß. Zurückhaltung sei lediglich bei den Beamten feststellbar: Nur jeder zehnte Staatsdiener ist bereit, am Wochenende zu arbeiten.

"Aus Angst vor Wohlstandsverlusten hat ein radikales Umdenken stattgefunden", fasst Horst W. Opaschowski, Zukunftsforscher und Leiter des BAT Freizeitforschungsinstitutes, die Ergebnisse seiner Studie zusammen. Noch in den 90er-Jahren hätten die Menschen ihre Freizeit für so wertvoll gehalten, dass sie dafür sogar auf Lohn verzichten wollten: Damals war die Zahl der Beschäftigten von Jahr zu Jahr gestiegen, die weniger arbeiten wollten - bei weniger Gehalt.

Heute ist sogar die Verlängerung der Lebensarbeitszeit kein Tabu mehr. Sieben Prozent der Beschäftigten wollen laut der Studie gerne über die offizielle Altersgrenze hinaus arbeiten, wenn sie so ihren Lebensstandard erhöhen können.


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