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Ungewöhnliche Jobs: Eine Frau, die Brücke fährt

Franziska Müller hat den Überblick: Die 22-Jährige arbeitet in Hamburg als eine von nur vier Frauen in Deutschlands größtem Hafenbetrieb: Sie fährt eine riesige Containerbrücke. Das anfängliche Kribbeln in 40 Metern Höhe ist für sie schon Routine - doch ihr Arbeitsplatz ist alles andere als komfortabel.

Von ihrem Arbeitsplatz aus hat Franziska Müller einen Blick auf Hamburg, von dem viele Touristen nur träumen. Die Aussicht aus 40 Metern Höhe kann die 22-Jährige aber nur selten genießen. Denn als eine von nur vier Frauen in Deutschlands größtem Hafenbetrieb fährt Müller eine riesige Containerbrücke - und das verlangt höchste Konzentration und volle Aufmerksamkeit. Schließlich belädt und löscht sie einige der weltgrößten Containerschiffe, die am Kai der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) festmachen. Seit anderthalb Jahren besitzt Müller ihr Brückenpatent. Vom Job geträumt aber hat sie mindestens seit dem Tag, als sie das erste Mal auf einer Containerbrücke stand. Während ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau hatten sie und die anderen Lehrlinge Gelegenheit, alle Geräte auf dem größten HHLA-Containerterminal, dem Burchardkai, kennenzulernen. "Beim ersten Mal auf der Brücke war ich ziemlich aufgeregt", sagt Müller, deren Familie ebenfalls zu einem Großteil in dem Hafenbetrieb beschäftigt ist. "Das war so hoch, da musste ich erst mal durchatmen und hatte richtig dolles Kribbeln im Bauch." Dennoch sei für sie sofort klar gewesen: "Das ist es, was ich machen möchte." Nach Abschluss der Ausbildung absolvierte Müller deshalb eine Weiterbildung zum Großgerätefahrer.

Eine Brücke hat einen großen toten Winkel

In der gläsernen Kanzel auf einer der 22 Brücken am Burchardkai ist Müller Teil eines sogenannten Gangs. Während sie oben die Hebel bedient, steht ihr "erweitertes Auge", wie sie ihren Kollegen gern nennt, als Einweiser an Deck des jeweiligen Schiffes. "Denn eine Brücke hat einen großen toten Winkel", erklärt sie. Über Funk kommunizieren beide, was genau zu tun ist, welche Container sie in welcher Reihenfolge laden oder löschen soll. Außerdem gehören noch drei Van-Carrier-Fahrer zur Mannschaft. Sie bringen die Container zum Schiff und umgekehrt.

Bedient wird eine Containerbrücke mit nur einem Schalthebel in jeder Hand. "Nach vier Stunden werden die Positionen im Team getauscht", erläutert die 22-Jährige, "denn Brückenfahrer ist ein echter Knochenjob." Ihr Arbeitsplatz ist nicht mit dem Komfort eines Bürostuhls vergleichbar. Um alles gut überblicken zu können, sitzen die Fahrer während der gesamten Schicht breitbeinig über dem gläsernen Kanzelboden, um den Lösch- und Ladevorgang an Bord des Schiffes im Blick zu haben. Als Ausgleich für die anstrengende Haltung treibe sie viel Sport, erzählt die junge Frau.

Ein "großer-Bruder-kleine-Schwester"-Verhältnis

Wind und Wetter spielen eine wichtige Rolle beim Job auf der Brücke. Die nötigen Informationen dazu erhalten die Fahrer über einen großen Bildschirm. Ab Windstärke 10 müsse die Arbeit eingestellt werden, erklärt Müller. "Besonders gespenstisch ist es, wenn plötzlich Nebel aufzieht", erzählt sie. "Das kann einen hier oben schon ziemlich unverhofft treffen." Oben auf der Brücke herrschen strenge "Spielregeln". Etwa für den Fall, dass außerhalb der festen Pausen mal die Blase drückt. Dann muss erst ein Springer aus dem Gang als Ablösung her, ehe Müller ihren Arbeitsplatz verlassen darf. "Schließlich kann ich die Brücke nicht sich selbst überlassen."

Obwohl die Arbeit am Containerterminal nach wie vor eher eine Männerdomäne sei, habe sie sich als Frau nie in einer Sonderrolle gefühlt, sagt Müller. Mit Ausnahme vielleicht ihres ersten Tags als Brückenfahrerin. "Natürlich mussten die Kollegen - alles Männer - kommen und schauen, was los ist", erzählt sie. "Aber seither macht es keinen Unterschied mehr, dass ich eine Frau bin." Heute herrsche eher so etwas wie ein "großer-Bruder-kleine-Schwester-Verhältnis". Das anfängliche Kribbeln ist bei Müller längst routinierter Gelassenheit gewichen. Es gebe genügend Sicherungssysteme, ein Container könne nicht einfach herunterfallen. Doch die Faszination sei geblieben: "Ich bin noch immer sehr beeindruckt, wenn da mal eben 40 Tonnen in der Luft hängen. Das ist schon wirklich toll." Damit junge Frauen wie Franziska Müller künftig nicht mehr zu den Ausnahmen im Bereich der Logistik gehören, veranstaltet die Bundesvereinigung der Branche gemeinsam mit ihren Verbänden am 17. April den ersten bundesweiten Tag der Logistik. Dann sollen Werksführungen, Rundfahrten und Vorträge einen Blick hinter die Kulissen von Jobs wie dem einer Containerbrückenfahrerin gewähren.

DDP / DDP
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(