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Konsumflaute: Die Rabattschlacht hinterlässt ihre Spuren

Die Kaufzurückhaltung der Deutschen macht dem Einzelhandel schwer zu schaffen. Auch den Riesen der Branche geht es da nicht besser - die weihnachtliche Rabattschlacht hinterlässt Spuren in den Konzernbilanzen.

Die Kaufzurückhaltung der deutschen Verbraucher und die beispiellose Rabattschlacht im Weihnachtsgeschäft 2003 hinterlassen zum Teil tiefe Spuren in den Unternehmensbilanzen. Deutschlands fünftgrößter Handelskonzern KarstadtQuelle verbuchte in den letzten drei Monaten des Jahres 2003 einen unerwartet hohen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent. "Die Verbraucher sind verunsichert", erklärte der Konzerchef Wolfgang Urban am Freitag in Essen bei der Vorlage vorläufiger Umsatzzahlen. Die langwierige Reformdiskussion habe das Weihnachtsgeschäft belastet. Die Einigung über die Steuerreform sei zu spät gekommen für Konsumimpulse noch vor dem Jahresende 2003.

KarstadtQuelle verzeichnet nunmehr im zweiten Jahr in Folge einen Umsatzrückgang. Die Erlöse des Essener Konzerns schrumpften 2003 um 3,5 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Die Versandhandelssparte mit den großen Töchtern Quelle und Neckermann machte ebenfalls wie der stationäre Handel (Karstadt, Hertie, Alsterhaus, KaDeWe, SinnLeffers, Wehmeyer, Runners Point, WOM) 2003 weniger Umsatz. Im Jahr zuvor hatten gerade die Jubiläumsangebote "75 Jahre Quelle" für klingelnde Kassen gesorgt. Zur Gewinnerwartung 2003 machte Urban keine Angaben.

Nur Metro steigert Umsätze

Nur Deutschlands größter Handelskonzern METRO, der fast jeden zweiten Euro im Ausland einnimmt, erzielte gegen den Branchentrend im 4. Quartal ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent. Trotz des verhaltenen Weihnachtsgeschäfts sei in Deutschland im 4. Quartal ein Umsatzplus von 1,3 Prozent erzielt worden, teilte der Düsseldorfer Konzern am Freitag mit. Die preisaggressiven Elektronik-Töchter MediaMarkt und Saturn fuhren allerdings in Deutschland auf gleicher Verkaufsfläche weniger Umsatz ein - hier zeigen sich die Auswirkungen der Rabattschlacht. Das gilt auch für die Warenhäuser Kaufhof, die in den ersten neun Monaten 2003 rote Zahlen schrieben. Im Gesamtjahr 2003 stieg der METRO-Konzernumsatz um 4 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro.