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9/11: Vom Crash zum Boom

Was in den Tagen nach dem 11. September undenkbar schien, begann doch schon wenige Wochen später: Die Weltwirtschaft entkam nicht nur dem Absturz in die Rezession - sie erlebte den stärksten Aufschwung seit drei Jahrzehnten.

Von Sebastian Dullien und Thomas Fricke

Am neuen Hamburger Containerterminal in Altenwerder herrscht Hochbetrieb. Tag und Nacht heben Riesenkräne wie von Geisterhand Container von Fußballfeld-langen Frachtschiffen am Kai und platzieren sie auf führerlose Wagen. Computergesteuert fahren die Laster zu einem der großen Lager, wo andere Kräne die Metallbehälter vollautomatisch stapeln.

Kräftigster Aufschwung seit 30 Jahren

Menschen sind bei den Verladearbeiten nicht zu sehen. Die sitzen hoch oben in den Steuerkabinen der Riesenkräne oder im Kontrollzentrum des Komplexes, wo sie ständig versuchen, die Steuersoftware der Laster weiter zu optimieren, um noch mehr Container auf dem Terminal entladen zu können. Ein dringend notwendiges Vorhaben: Um rund zehn Prozent pro Jahr ist der Umschlag am Hamburger Hafen in den vergangenen Jahren gestiegen, neu geschaffene Kapazitäten sind auf diese Weise fast sofort wieder vollständig ausgenutzt. Grund für den Boom: der kräftigste und langanhaltendste Aufschwung von Weltwirtschaft und globalem Handel seit mehr als 30 Jahren.

Vor fünf Jahren hätte kaum jemand eine solche Entwicklung zu prophezeien gewagt. Als am 11. September in Manhattan die beiden Türme zusammensacken, fürchten viele Volkswirte, eine Ära mit halbwegs stabilem Wachstum sei mit einem Mal an ihr Ende gekommen. Binnen Stunden schnellt der Ölpreis über damals enorm teuer wirkende 30 $ je Barrel. Der Dollar sackt ab, ebenso wie die Aktienkurse der Versicherer. An der Wall Street wird der Handel ausgesetzt.

Am nächsten Tag melden Industriebetriebe, dass Ersatzteile knapp werden, da Zulieferungen per Luft ausbleiben. Kaum 24 Stunden vergehen, bis Ökonomen erstmals davon reden, dass nun wohl "die Wirtschaft in die Rezession geht" - schon weil die Konjunktur eineinhalb Jahre nach dem Crash der New Economy "ohnehin noch labil" sei und die Aktien schon in den Tagen vor den Anschlägen auf Talfahrt waren. Auf globaler Ebene werde die Dynamik so stark nachlassen wie zu den heftigen Stagflationszeiten Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre, unkt an Tag drei nach 9/11 der Chefvolkswirt von Morgan Stanley, Stephen Roach. Auch langfristig sei nun ein langsameres Wachstum zu erwarten, verbreiten Volkswirte. Der Terrorismus werde zu höheren Sicherheitskosten führen und wie Sand im Getriebe des Welthandels wirken. Im Extremfall könne sich sogar die Globalisierung umkehren.

Skeptiker behalten Recht

Auf nahende Krisenzeiten deuten auch die ersten konjunkturellen Frühindikatoren nach dem 11. September hin. In den Umfragen unter Einkaufsmanagern, die der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan bis dahin als eines der wichtigsten Warnsignale sah, sacken die Werte im Oktober auf Niveaus, die sonst nur in ausgeprägten Rezessionen erreicht werden.

Dabei wird sich schon ein paar Wochen später herausstellen, dass die US-Wirtschaft keineswegs auf Talfahrt geht, sondern einen beeindruckenden Aufschwung startet - ein Aufschwung, der nach offizieller Feststellung bereits im November 2001 begann, kaum zwei Monate nach den Anschlägen. Seitdem ist die Wirtschaft in keinem einzigen Quartal mehr geschrumpft, in den USA wie im Rest der Welt.

Mit einem Teil ihrer Analyse behalten Skeptiker wie Roach durchaus Recht: Mit dem 11. September wird der globale Warenaustausch spürbar teurer. Um die eigenen Küsten gegen Terrorattacken zu schützen, verabschieden die US-Behörden neue Sicherheitsstandards. Weltweit müssen um die Terminalanlagen von Häfen neue Zäune gezogen werden, Kameras und Bewegungsmelder werden montiert, die jederzeit überwachen, wer sich Containern und Schiffen nähert. "Alle Häfen, die sich nicht an die neuen Sicherheitsvorgaben halten, werden von den USA quasi boykottiert", sagt Christian Lorenz, Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA).

Insider munkeln, die HHLA alleine habe in den Jahren nach dem 11. September einen achtstelligen Euro-Betrag für höhere Sicherheit aufwenden müssen - Kosten, die natürlich auch an die Reeder weitergegeben werden. Der Konkurrent Eurogate erhebt gar explizit einen Sicherheitsaufschlag von 9 Euro pro verladenem Container - bei Umschlagkosten von geschätzten 130 Euro ein nicht zu vernachlässigender Betrag.

Warum trotzdem die Weltwirtschaft unmittelbar nach den Anschlägen zu einem beeindruckenden Aufschwung ansetzte, könnte damit zu tun haben, dass erste Signale vor dem 11. September bereits auf eine allmähliche Erholung nach dem Crash der New Economy hindeuteten. Ein weiterer liegt nach Aussage des Deutschen-Bank-Chefvolkswirts Norbert Walter darin, dass just zur Jahrtausendwende die Integration des einstmals kommunistischen Chinas in die Weltwirtschaft an Fahrt gewonnen hatte. Auch hätten die US-Firmen erstmals richtig die Vorteile aus der IT-Revolution und den neuen Möglichkeiten zum Outsourcing entdeckt. "Das hat einen enorm positiven Effekt auf das globale Wachstum gehabt", so Walter. Zum richtigen Zeitpunkt. "Das war eine glückliche Fügung."

Viel Zeitaufwand für Sicherheit

Ob das allein gereicht hätte? Wahrscheinlich nicht. Noch am 11. September melden Agenturen, dass die Notenbanken 80 Milliarden $ an Zentralbankkrediten in den Markt geben - um den Liquiditätscrash zu verhindern. Kurz bevor eine knappe Woche darauf die Wall Street wieder öffnet, gibt die US-Notenbank eine Zinssenkung um gleich 0,5 Prozentpunkte bekannt. Es folgen weltweit ähnliche Aktionen, etwa in Kanada, Schweden, der Schweiz, Korea oder Großbritannien. Auch die Europäische Zentralbank lockert die Finanzierungskonditionen, erstmals via eilig einberufener Telefonkonferenz. Und Japans Notenbanker kaufen Dollar, um den Kurs der angeschlagenen US-Währung zu stützen.

Die amerikanische Regierung reagiert nach dem ersten Schock sehr schnell. Kaum zwei Tage nach den Anschlägen werden 40 Milliarden $ lockergemacht, um Angehörigen zu helfen, Aufräumarbeiten zu finanzieren und für Sicherheit im Land zu sorgen. Keine Woche später wird das erste Milliardenpaket für die kriselnden Fluggesellschaften angekündigt. Und die Regierung gibt bekannt, dass auch sonst die Konjunktur mit Milliarden gestützt werden soll. Indem sämtliche Investitionen, die ab 9/11 getätigt wurden, zu 30 Prozent sofort abgeschrieben werden dürfen. Oder indem der US-Präsident verfügt, dass jeder Arbeitslose 39 Wochen Geld bekommt statt 26, wie bis zum Zeitpunkt der Anschläge. Alles in allem ein Konjunkturpaket, das die Wirtschaft 2002 um knapp 90 Milliarden $ entlasten wird - und das im Dezember 2001 durch ist.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Bis Anfang 2004 schnellen die Wachstumsraten in den USA von knapp über null kurz nach den Anschlägen auf fast fünf Prozent hoch. Von wegen Absturz. Die Weltwirtschaft registriert seit 2003 durchgängig Expansionsraten von mehr als vier Prozent, im mittlerweile vierten Jahr in Folge. Das hat es zuletzt Anfang der 70er Jahre gegeben. Und der Internationale Währungsfonds sieht auch für die kommenden beiden Jahre ein Plus von jeweils fast fünf Prozent.

Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter warnt trotzdem davor, die Folgen des 11. September auf die Weltwirtschaft klein zu reden. "Heute müssen die Manager der Unternehmen viel mehr Zeit auf Sicherheitsfragen aufwenden, die sie besser in die Entwicklung neuer Produkte stecken könnten", so Walter. "Ohne die Terroranschläge gäbe es deshalb möglicherweise langfristig ein noch höheres Wachstum, als wir es jetzt beobachten."

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?