HOME

Abschwung: USA seit Dezember 2007 in der Rezession

Was viele Amerikaner ahnten, haben Experten jetzt bestätigt: Die USA befinden sich bereits seit Dezember 2007 in einer Rezession. Die Experten benutzen allerdings eine sehr breite Definition von Rezession. Sie gehen vor allem vom Verlust von Arbeitsplätzen aus.

Die USA sind nach Angaben des Nationalen Büros für Wirtschaftsforschung (NBER) bereits im Dezember 2007 in die Rezession gerutscht. "Der wirtschaftliche Abschwung 2008 erfüllt die Kriterien einer Rezession", teilte das NBER am Montag mit. Zuvor sei die größte Volkswirtschaft der Welt 73 Monate lang gewachsen.

Das private Institut, für das renommierte Ökonomen arbeiten, bestimmt den Anfang und das Ende von Konjunkturzyklen in den USA und benutzt eine breite Definition von Rezession. Nach einer engeren Festlegung spricht man erst dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaft zwei aufeinanderfolgende Quartale schrumpft. Dazu ist es seit Dezember in den USA bislang noch nicht gekommen.

Wichtigster Faktor für die Entscheidung des Instituts, eine Rezession zu erklären, sei der Verlust von bislang 1,2 Millionen Arbeitsplätzen, hieß es. Der vorangegangene Aufschwung zwischen November 2001 und Dezember 2007 war deutlich kürzer als die vorangegangene Boomphase, die rund zehn Jahre anhielt. Auch ist die vom NBER definierte, derzeitige Talfahrt mit zwölf Monaten schon länger als der Abschwung davor, der nach Angaben des Instituts lediglich von März bis November 2001 dauerte.

Die US-Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal als Folge der Finanz- und Kreditkrise um 0,5 Prozent. In den drei Monaten zuvor war sie dank eines Konjunkturprogramms und boomender Exporte noch um 2,8 Prozent gewachsen. Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs erwarten, dass die US-Wirtschaft im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um fünf Prozent schrumpft. Volkswirte rechnen zudem mit einem Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf bis zu neun Prozent 2009.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel